Bahn-Streik bremst Züge im Norden aus

Lesedauer: 2 Minuten

Der Streik der Lokführergewerkschaft GDL im Tarifkonflikt mit der Bahn hat am Donnerstag in Hamburg und Schleswig-Holstein den Zugverkehr ins Stocken gebracht. Insgesamt fuhr nur etwa jeder zweite Zug, sagte Bahnsprecherin Sabine Brunkhorst.

Nachmittags sei es zunehmend schwieriger geworden, den eingeschränkten Zugverkehr überhaupt aufrecht zu erhalten. So wurde die Strecke Lübeck-Neustadt eingestellt. "Busse sollen bis 2100 Uhr den Zuverkehr ersetzen", betonte sie.

Die Lokführergewerkschaft GDL hatte auch im Norden pünktlich um 2 Uhr mit dem 30stündigen Streik begonnen, der bis Freitagmorgen um 8.00 Uhr dauern sollte. Auch dann werde allerdings nicht alles gleich wie am Schnürchen laufen, machte Brunkhorst deutlich. Frühestens am Nachmittag werde der Zugverkehr wieder planmäßig rollen. In Hamburg fuhren die S-Bahnen am Donnerstag im 20-Minuten Takt, die Linien S 2 und S 11 waren ganz gestrichen wurden. Trotzdem gab es auf den Bahnhöfen kaum Gedrängel oder lange Gesichter. Auf den Straßen im Großraum Hamburg machte sich der Streik kaum bemerkbar.

Nach dem Scheitern der Tarifverhandlungen bei den Bahnunternehmen AKN und SHB (Schleswig-Holstein-Bahn) am Mittwoch rief die GDL auch hier zu Streiks auf. "Wir erwarten, dass jeder zweite Zug ausfällt", sagte Holger Wilke von der GDL. Überwiegend fuhren auch hier die Züge im 20-Minuten-Takt, sagte AKN-Pressesprecher Jörg Minga. Die A 3 wurde durch Busse ersetzt, hier verlängerten sich die Fahrzeiten. Der Streik bei AKN und SHB dauerte nur bis 13.00 Uhr. Die AKN bedient Strecken im südlichen Schleswig-Holstein zum Beispiel zwischen Kaltenkirchen und Norderstedt.

Viele Fahrgäste unterstützten die Lokführer, obwohl der Streik zu Unannehmlichleiten führe, betonte Norbert Quitter von der GDL. "Wir wollen die Pendler nicht treffen", versicherte er. Daher hoffe die Gewerkschaft auf eine Gerichtsentscheidung zugunsten der GDL bei der Frage, ob auch Streiks im Fern- und Güterverkehr zulässig sind. Dann würden die Lokführer den Güterverkehr und nicht mehr den Regional- und Nahverkehr bestreiken, versicherte Quitter.

Am Kieler Hauptbahnhof war am Donnerstagmorgen nur wenig von der Arbeitsniederlegung zu spüren. "Unser Ersatzfahrplan funktioniert, aber die meisten Pendler haben offenbar aus Angst vor dem Streik Fahrgemeinschaften gebildet", sagte Bahn-Mitarbeiter Uwe Anders. Insgesamt gebe es etwa zwei Drittel weniger Betrieb als an normalen Werktagen. Zwischen acht und neun Uhr fielen lediglich die Nordostsee-Bahn nach Neumünster und eine Regionalbahn nach Preetz aus. Die meisten Regionalzüge, auch die Bahn zwischen Kiel und Hamburg, fuhren weitgehend regulär.

"Insgesamt ist es sehr ruhig, man merkt, dass Schulferien sind", sagte Bahnhofsmanager Dirk Taubler in Kiel. Der Streik habe insgesamt kaum zu Verspätungen geführt. Laut Polizei gab es auch keine streikbedingten Staus auf den Autobahnen im Norden, obwohl viele Pendler auf das Auto umgestiegen waren.

( lno )