30-stündiger Bahnstreik

Engpässe bei Zugverbindungen in Großstädten und im Südosten

Beim 30-Stunden-Streik der Lokführer müssen Bahnkunden am Donnerstag und Freitag vor allem im Südosten sowie in den Großstädten Hamburg, München und Berlin mit Engpässen rechnen.

Wie Bahn-Sprecher Achim Stauß am Mittwoch sagte, können Reisende im Notfallfahrplan der Bahn für jede Strecke genau erfahren, welche Züge ausfallen und was geplant ist. Derweil rief Personalvorstand Margret Suckale den Chef der Lokführergewerkschaft, Manfred Schell, zur Wiederaufnahme der Tarifverhandlungen auf.

Mit ihrem Appell einen Tag vor dem 30-stündigen Streik reagierte Suckale am Mittwoch auf Schells Interviewäußerung, die Gehälter der Lokführer könnten auch stufenweise angehoben werden. "Jetzt lassen sie Ihren Worten auch Taten folgen, kommen Sie an den Verhandlungstisch, Herr Schell, wir warten." Schell hatte in der "Zeit" erklärt, sollte die Bahn sich bewegen und zu wirklichen Verhandlungen bereit sein, werde er seine Kur am Bodensee abbrechen. Schell bestand in dem Interview allerdings auch auf einem eigenständigen Tarifvertrag für die Lokführer.

Suckale sagte, mehr Lohn für Lokführer über mehrere Jahre könne man sofort im Rahmen eines Tarifvertrages zur Entgeltstruktur vereinbaren. Außerdem könnten die Lokführer noch in diesem Jahr die von der Bahn angebotene Einmalzahlung von 2.000 Euro erhalten. Das Unternehmen besteht darauf, dass sich ein Tarifvertrag mit der Lokführergewerkschaft konflikt- und widerspruchsfrei in das Tarifgefüge der Bahn einpasst, um eine Spaltung der Belegschaft zu vermeiden.

Zum Notfallfahrplan erklärte Bahn-Sprecher Stauß: "Wir können eine gute Auskunftsqualität und einen verlässlichen Fahrplan bieten, was bei kurzfristig angekündigten Streiks so nicht der Fall gewesen wäre." Besondere Engpässe erwartet die Bahn in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sowie in den Millionenstädten Hamburg, München und Berlin. In der Hauptstadt werde es auf den großen S-Bahn-Verbindungsstrecken während des Streiks nur einen 20-Minuten-Takt geben. Dieser sei aber verlässlich, erklärte der Sprecher.