Bundesliga

Olic schießt den Meister ab

| Lesedauer: 5 Minuten

Trainer Huub Stevens hatte seine Mannschaft stark umgestellt. Unter anderem galt es die Lücke zu füllen, die durch den Ausfall von Kapitän van der Vaart entstanden ist. Torschütze der ersten drei Tore war Olic, das 4:0 ging auf das Konto von Mathijsen. Mit dem 4:1-Endstand fügten die Hanseaten dem Meister VfB Stuttgart einen herben Schlag zu.

Hamburg. Trainer Stevens positionierte seine Jungs in für sie bisher noch unbekannte Weise. Vor der Abwehr sorgten Vincent Kompany und Guy Demel für Ordnung. Die Position von Rafael van der Vaart übernahm David Jarolim. Rechts spielte Trochowski, links Mohamed Zidan, der endlich einmal zum Einsatz kam. Als einzige Spitze gegen den Meister trat Ivica Olic an.

Nach einer 15-minütigen Verzögerung konnte die Partie starten. Aufgrund eines wackelnden Buchstabens auf dem Stadiondach der HSH Nordbank-Arena hatte es Sicherheitsbedenken gegeben. Erst 30 Minuten vor dem regulären Spielbeginn gab die Feuerwehr Entwarnung, dass von dem sechs Tonnen schweren Buchstaben keine Gefahr für Publikum und Spieler ausging. Zuvor hatte sich der Zuschauerandrang vor den Stadiontoren gestaut.

Als das Spiel endlich begann, hatten die Hausherren von Anfang an die besseren Chancen. So stürmte Jarolim bereits in der vierten Minute das erste Mal bis zur Grundlinie des VfB-Tores durch, doch es gab nur Abstoß. Kurz darauf präsentierte Trochowski einen Traumpass, den Zidan in der Luft aufnahm. Dem Ägypter versprang der Ball jedoch ein wenig und Schäfer konnte aufnehmen.

Dann das erste Tor in der siebten Minute. Zidan spielte sich an drei Gegnern vorbei, Olic kreuzte seinen Laufweg und bekam den Pass mustergültig serviert. Im Fallen schoss Olic aus halblinker Position an Schäfer vorbei und der Ball hoppelte ins Tor. Nach etwas ruhigeren Spielminuten war es dann wieder Olic, der in der 22. Minute den Vorsprung weiter ausbaute. Nach einem gefühlvollen Pass von Boateng auf den gestarteten Zidan, eilte Schäfer aus seinem Kasten, aus dem Gewühl wurde der Ball vor die Füße von Demel geklärt, der sofort abzog, zwei Meter vor dem Kasten stand Olic und dieser bugsierte die Kugel schließlich über die Linie.

Der besser aufspielende HSV griff immer wieder an, in der 33. Minute wurden die Bemühungen erneut belohnt. Jarolim und Trochwoski spielten einen Doppelpass im Mittelfeld, Stuttgart spielte vergeblich auf Abseits. Auf dem Weg zum Tor schob Jarolim noch einmal quer auf Olic, der aus fünf Metern keine Probleme hatte mit einem Hattrick das 3:0 zu machen. Kaum ein Pass der Schwaben kam in der Offensive an. Hamburg hatte defensiv keinerlei Probleme, die Führung zu halten.

Erschwerend für die Stuttgarter kam hinzu, dass sie ab der 45. Minute nur noch zu zehnt auf dem Platz standen. Pardo rempelte mit Schwung Jarolim um, der auf den Ball fiel: Foul, doch der Mexikaner versuchte weiter an den Ball zu kommen, trat in Jarolim rein und sah dafür von Schiedsrichter Fleischer die Rote Karte.

Nach der Pause gingen es die Hanseaten in der ausverkauften HSH Nordbank-Arena gelassen an. Die Führung im Rücken und weitere 45 Minuten mit einer in der Unterzahl spielenden Gastmannschaft schafften Gelassenheit. Diese galt es auch zu haben, muss der HSV am Donnerstag im UEFA Cup in Bergen spielen.

Das 4:0 kam dann nicht von Olic, sondern in der 60. Minute von Mathijsen. Trochowski gab ihm eine erstklassige Flankenvorlage, die Mathijsen mit dem Kopf zu seinem ersten HSV-Tor verwandelte. Die Hamburger spielten ruhig und clever.

Die 73. Minute brachte dann etwas Ergebnis-Kosmetik für den VfB. Nach einem Eckball von Farnerud köpfte Tasci unhaltbar für Rost in den Torwinkel.

Der in der 75. Minute eingewechselte und das erste Mal in der Bundesliga spielende Sam Sidney hätte vier Minuten nach seinem Debüt beinahe auch sein erstes Tor und das 5:1 geschossen. Bei seiner ersten Aktion startete er fast von der Mittellinie alleine auf das Stuttgarter Tor frei durch, scheiterte aber an Schäfer.

Trainer Huub Stevens zeigte sich nicht ganz zufrieden mit dem Gegentor: "In der ersten Halbzeit waren wir sehr gut. Nach dem Platzverweis war das Spiel dann eigentlich schon gelaufen. Dass man bei unserem Programm dann einen Gang zurückschaltet, ist verständlich, aber so ein Gegentor darf man nicht fangen."

Weitere Ergebnisse vom 10. Spieltag

Werder Bremen - Hertha BSC Berlin 3:2 Bayer Leverkusen - Borussia Dortmund 2:2 1. FC Nürnberg - Eintracht Frankfurt 5:1 VfL Bochum - Bayern München 1:2 Hansa Rostock - Schalke 04 1:1

Kurztabelle

  1. Bayern München - Punkte: 26
  2. Werder Bremen - Punkte: 20
  3. Hamburger SV - Punkte: 20
  4. Karlsruher SC - Punkte: 18
  5. Schalke 04 - Punkte: 17
  6. Hannover 96 - Punkte: 16
  7. Bayer Leverkusen - Punkte: 15
  8. Eintracht Frankfurt - Punkte: 15
  9. Hertha BSC Berlin - Punkte: 13
  10. Borussia Dortmund - Punkte: 13
  11. VfL Wolfsburg - Punkte: 12
  12. Hansa Rostock - Punkte: 10
  13. VfB Stuttgart - Punkte: 10
  14. Arminia Bielefeld - Punkte: 10
  15. 1. FC Nürnberg - Punkte: 9
  16. VfL Bochum - Punkte: 9
  17. MSV Duisburg - Punkte: 9
  18. Energie Cottbus - Punkte: 4