GDL will womöglich nur an einem Tag streiken

Die Lokführergewerkschaft GDL will im Tarifstreit mit der Bahn womöglich doch nicht an drei Tagen hintereinander, sondern nur an einem Tag streiken. Kunden zeigen Bahnchef Mehdorn an.

Berlin. Heute gegen 16 Uhr werde die Gewerkschaft bekanntgeben, ob es am Montag zu Arbeitsniederlegungen komme, sagte der stellvertretende GDL-Vorsitzende Claus Weselsky am Sonnabend im Nachrichtensender N-TV. Über mögliche Streiks an den weiteren Tage werde am jeweiligen Vortag informiert.

In der kommenden Woche erwartet die GDL laut Weselsky zudem, dass das Arbeitsgericht Chemnitz über die Berufung seiner Organisation zu dem Streikverbot im Fern- und Güterverkehr verhandelt. Am Montag werde dazu die Terminierung erwartet. Das Gericht hatte am 5. Oktober entschieden, dass die GDL Streiks nur im Nah-, nicht aber im Fern- und Güterverkehr abhalten darf.

Mehrere Bundesbürger haben wegen Zugausfällen infolge des Lokführerstreiks Strafanzeige gegen Bahnchef Hartmut Mehdorn gestellt. "Uns liegen insgesamt zwölf Strafanzeigen von Antragstellern aus dem gesamten Bundesgebiet gegen Hartmut Mehdorn und andere Mitglieder des Bahnvorstands vor", sagte der Berliner Oberstaatsanwalt Karlheinz Dalheimer laut "Bild am Sonntag". Bei den Anzeigen gehe es unter anderem um den Vorwurf der Nötigung und Schadenersatzforderungen. So seien einige Angestellte zu spät zur Arbeit gekommen und hätten die ausgefallene Zeit vom Lohn abgezogen bekommen.

( ap )