Klima: Ungewöhnliche Idee

Wetterfrösche mit Erfahrung

Sie haben Zeit, sie haben Erfahrung und bald haben sie auch wieder einen Job: Star-Meteorologe Jörg Kachelmann möchte Seniorenheime als Wetterstationen nutzen.

Hamburg. Der Schweizer Meteorologe Jörg Kachelmann (49) will künftig Senioren als Wetterbeobachter einsetzen. Alte Menschen seien als Hobby-Meteorologen gut geeignet, sagte der Fernsehmoderator in der ARD-Talksendung "Beckmann". "Das sind Menschen, die sehr viel Erfahrung haben, die auch gewohnt sind, regelmäßig und zuverlässig zu arbeiten und die auch Zeit haben."

Er plane die Vorhersage von Stadtteilwetter und wolle dafür Seniorenheime als Wetterstationen nutzen. Flugs könnten die wetterfühligen Rentner von hilfsbereiten Zivis ins Freie geschoben werden, um dort ihrer neuen Berufung nachzugehen. Um grimmigen Blicks entschlossen den Himmel zu überwachen, aber nicht um sich auf eine nahe Abkehr vorzubereiten. Nein, vielmehr geht es den rüstigen Klima-Wächtern darum, Wolken zu skizzieren und noch jede kleinste Regung des Wettergottes juridisch genau festzuhalten und aufzuzeichnen.

"Viele Beobachtungen sind gar nicht mehr da, weil man so viel automatisiert hat. Aber wir brauchen Schneehöhen, Sichtweiten, Wolkenarten und solche Dinge", sagte Kachelmann. Zunächst solle ein Pilotprojekt in Lüneburg getestet werden.

( dpa, abendblatt.de )