Gasexplosion in ukrainischem Wohngebäude

Bei einer schweren Gas-Explosion in einem Wohngebäude in der Ukraine sind am Sonnabend mindestens neun Menschen ums Leben gekommen und 23 weitere verletzt worden.

Dnjepropetrowsk. Ein Teil des achtstöckigen Gebäudes in der östlich gelegenen Stadt Dnjepropetrowsk stürzte zusammen, wie die Polizei und Rettungskräfte mitteilten. Aus Furcht vor einem vollständigen Einsturz des Hochhauses brachten Rettungsteams die Bewohner in Sicherheit. Die Behörden befürchteten weit mehr Opfern. In dem Gebäude lebten etwa 400 Menschen.

Unter den 23 Verletzten seien sechs Kinder, hieß es in einer Erklärung des Katastrophenschutzministeriums. Zuvor hatte die Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf das Ministerium gemeldet, Ursache für die Explosion sei ausgetretenes Erdgas. Auch Anwohner berichteten von Gasgeruch.

Augenzeugen sagten der Nachrichtenagentur AFP, kurz vor der Explosion hätten drei Männer die Gasleitungen des Hauses inspiziert. Die Männer seien sehr in Eile gewesen und hätten sich hektisch an "irgendetwas" zu schaffen gemacht, erzählte eine Bewohnerin. Kurz nachdem sie wieder weggefahren seinen, sei es zu der Explosion gekommen. Der städtische Gasversorger teilte ohne Angabe weiterer Einzelheiten mit, der Druck in den Gasleitungen des Hauses sei enorm gestiegen.

Mehrere Fensterscheiben in umliegenden Häusern gingen durch die Wucht der Explosion zu Bruch. Ein mittlerer Teil des Wohngebäudes sei "vollständig eingestürzt", sagte ein Ministeriumssprecher. Staatspräsident Viktor Juschtschenko erklärte den Familien der Opfer sein Beileid. Die Bergungsarbeiten vor Ort waren am Sonnabendabend weiter in vollem Gange.