Regierungserklärung

Müntefering: Mehr Beschäftigung in Deutschland möglich

Bundesarbeitsminister Franz Müntefering (SPD) hält einen weiteren Beschäftigungszuwachs in Deutschland für machbar. „Mehr Arbeit ist möglich“, sagte der Vizekanzler am Donnerstag in einer Regierungserklärung vor dem Bundestag.

Der Wirtschaftsaufschwung hat auch den Ausbildungsmarkt deutlich belebt. Industrie, Handel und Handwerk haben in diesem Jahr bisher deutlich mehr Lehrstellen bereitgestellt. Bundesarbeitsminister Franz Müntefering (SPD) sagte am Donnerstag im Bundestag: "Der Ausbildungsmarkt ist erfolgreich." Zu Beginn des Ausbildungsjahres seien bisher 487 600 Verträge abgeschlossen worden. Zwar seien rund 29 000 Jugendliche noch nicht versorgt. Vor einem Jahr seien es jedoch knapp 50 000 gewesen. "Das beweist: Es ist besser geworden", sagte der Vizekanzler. Dennoch müssten auch dieses Jahr alle Anstrengungen für die Nachvermittlung unternommen werden.

Eine Zwischenbilanz von Bundesregierung und Wirtschaftsverbänden weist nach Angaben der Union aus, dass die Zahl der bisher nicht vermittelten Bewerber gegenüber dem Vorjahr um 20 385 auf 29 102 zurückgegangen ist. Die Zahl der bei der Bundesagentur für Arbeit (BA) gemeldeten unbesetzten Ausbildungsplätze sei um 2968 auf 18 359 gestiegen. Damit habe sich auch die "rechnerische Lücke" um 23 343 auf 10 743 fehlende Ausbildungsplätze verringert.

Die Maßnahmen von Regierung und Wirtschaftsverbänden im Rahmen der Qualifizierungsinitiative werden nach Ansicht der stellvertretenden Unions-Fraktionschefin Katherina Reiche (CDU) die Ausbildungschancen besonders für Altbewerber und benachteiligte Jugendliche verbessern. Jetzt müsse alle Kraft in die Nachvermittlung investiert werden. Nach Einschätzung von Müntefering werden dabei die von der Bundesregierung bereitgestellten 40 000 Plätze für eine Einstiegsqualifizierung entscheidend mithelfen.

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) hatte kürzlich den Ausbildungszuwachs bis Ende September auf 9,3 Prozent beziffert. Der Handwerksverband ZDH sprach von einem Plus von 8,3 Prozent oder 12 000 Lehrstellen. Nach Meinung von DIHK-Präsident Ludwig Georg Braun wird es voraussichtlich gelingen, mehr Altbewerbern eine Chance zu geben. Er bemängelte, dass die Qualifikation von Schulabgängern abnehme. ZDH-Präsident Otto Kentzler rechnet bis Jahresende mit fast 180 000 neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen im Handwerk. Damit wäre bei Neuabschlüssen wieder das Niveau von 2001 erreicht.