Stockholm: Akademie der Wissenschaften

Deutscher bekommt Physik-Nobelpreis

Der Nobelpreis für Physik geht in diesem Jahr an den Deutschen Peter Grünberg und den Franzosen Albert Fert.

Stockholm/Jülich. Der Nobelpreis für Physik geht in diesem Jahr an den Deutschen Peter Grünberg und den Franzosen Albert Fert. Sie teilen sich die höchste Auszeichnung ihres Faches für die Entdeckung eines Magneteffekts, der günstige Festplatten mit riesigem Fassungsvermögen möglich macht. Das teilte die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften in Stockholm mit. Die höchste Auszeichnung für Physiker ist in diesem Jahr mit umgerechnet 1,1 Millionen Euro (10 Millionen Schwedischen Kronen) dotiert.

Grünberg (68) und Fert (69) hatten das Phänomen namens Riesenmagnetowiderstand 1988 unabhängig voneinander entdeckt. Dieses Ergebnis reiner Grundlagenforschung hat sich seither zu einem Milliardenmarkt entwickelt. Die damit möglich gewordenen Festplatten finden sich in handelsüblichen PCs, MP3-Spielern oder digitalen Videorekordern.

Damit Festplatten möglichst viele Daten speichern können, müssen ihre einzelnen magnetischen Bereiche möglichst klein sein. Damit werden die magnetischen Signale aber sehr schwach. Dank der Arbeiten von Grünberg und Fert können die winzigen magnetischen Kräfte von der Festplatte wieder in den elektrischen Datenstrom übersetzt werden. Damit der Riesenmagnetowiderstand funktioniert, müssten Metallschichten mit einer Dicke von nur wenigen Atomen gefertigt werden, teilte die Akademie mit. Daher könne diese Technik als erste wirkliche Anwendung der Nanotechnik angesehen werden.

Grünberg arbeitete bis zu seinem Ruhestand 2004 am Forschungszentrum Jülich bei Aachen, Fert hat eine Professur der Universite Paris-Sud. Beide sind immer wieder gemeinsam mit hochrangigen Preisen ausgezeichnet worden, zuletzt mit der Stern- Gerlach-Medaille der Deutschen Physikalischen Gesellschaft und von Kaiser Akihito mit dem "Japan Prize".

Am Montag war drei Forschern aus Großbritannien und den USA bereits der Medizin-Nobelpreis 2007 zuerkannt worden. Der Brite Martin Evans und seine US-Kollegen Mario Capecchi und Oliver Smithies hatten ein revolutionäres Verfahren entwickelt, das die gezielte Erzeugung von Versuchsmäusen mit menschlichen Krankheiten für die medizinische Forschung ermöglicht.

Am Mittwoch werden die Träger des diesjährigen Chemie- Nobelpreises benannt. Die feierliche Überreichung der Auszeichnungen findet traditionsgemäß am 10. Dezember statt, dem Todestag des Preisstifters Alfred Nobel.