Hessen: Katholiken-Forum in Fulda

Eva Herman gefeiert

Nach ihren umstrittenen Äußerungen zur Familienpolitik Hitlers stand sie plötzlich in der rechten Ecke – und das allein. Beim NDR rausgeworfen, von Kollegen kritisiert: Eva Herman kann ein wenig Zuspruch gebrauchen. Den bekam sie.

Fulda. Nach ihrem Rauswurf beim NDR und der massiven öffentlichen Kritik an ihren zumindest unglücklichen Aussagen über die Familienpolitik Adolf Hitlers, scheint sich die Journalistin gefangen zu haben. Und zieht als Übermutter wieder durch das Land, um sendungsbewusst all jene Werte zu predigen, die sie in unserer Gesellschaft schwinden sieht. Familie, Glück oder Liebe, alles Maximen die auf der Hermanschen Agenda ganz oben stehen. Und für die sie wieder bejubelt wird. Auf einem Katholiken-Forum am Samstag sprach die geschasste Ex-Tagesschau-Sprecherin etwa 40 Minuten vor rund 700 Teilnehmern, die Hermans Vortag mit tosendem Applaus quittierten.

Ebenfalls unter den Gästen: Der Augsburger Bischof Dr. Walter Mixa, der laut einem Bericht der "Bild-Zeitung" aufgrund Hermans Teilnahme keinen Grund für eine Absage sah: Sein Sprecher: "Der Bischof sieht es als seine Pflicht an, die katholische Lehre frei zu verkünden." Weniger Toleranz demonstrierte der Schirmherr der Veranstaltung, Hessens Wirtschaftsminister, Alois Rhiel. Der hatte seinen Besuch aus Protest gegen Herman abgesagt. Gegenüber "Bild" betonte der Forum-Vorsitzende Prof. Hubert Glindert, dass das Büro des Ministers darauf gedrängt hatte, Herman auszuladen - ohne Erfolg.

Inhaltlich brachte Hermans Vortrag nichts wirklich Neues. Außer ihrer leidenschaftlichen Fürsprache für die Familie äußerte Herman noch Bedauern über ihr eigenes Schicksal und den Umgang mit allen Menschen, die durch ihr Eintreten für eine traditionelle Geschlechterrolle sogleich in Zusammenhang mit Nazi-Parolen gebracht werden.