Sicherheitsfirma im Irak

Blackwater-Chef verteidigt Handeln als "angemessen"

Der Chef der im Irak eingesetzten, privaten Sicherheitsfirma Blackwater hat sein Unternehmen gegen schwere Vorwürfe des US-Kongresses verteidigt.

"Ich glaube, wir haben zu jeder Zeit angemessen gehandelt", sagte Erik Prince während einer Anhörung vor einem Ausschuss des Abgeordnetenhauses am Dienstag. Nach einem am Montag veröffentlichten Kongressbericht hatte es in den vergangenen drei Jahren 195 bewaffnete Zwischenfälle mit Blackwater-Angestellten im Irak gegeben, wobei in mehr als 80 Prozent der Fälle Beschäftigte der Firma als erste geschossen hätten.

Den Angaben des Kongresses zufolge entließ das in North Carolina ansässige Unternehmen mehr als 120 Mitarbeiter wegen missbräuchlicher Benutzung von Waffen oder Alkohol- und Drogenmissbrauchs. Unter anderem soll ein betrunkener Blackwater-Beschäftigter an Weihnachten 2006 einen Leibwächter des damaligen irakischen Vizepräsidenten Adel Abdel Mahdi erschossen haben. Der Mitarbeiter sei zwar entlassen worden. Er habe aber ohne strafrechtliche Folgen in die USA zurückkehren können.

Blackwater war massiv kritisiert worden, nachdem bei einer Schießerei Mitte September nahe Bagdad elf Iraker von Angestellten der Firma getötet worden waren. Die irakische Regierung hatte betont, dass es sich um unschuldige Zivilisten gehandelt habe, während die privaten US-Sicherheitskräfte von einem bewaffneten Angriff sprachen. Ein hochrangiges US-Expertenteam begann derweil mit der Überprüfung der Aktivitäten privater US-Sicherheitsfirmen im Irak.

Seit 2001 habe Blackwater mehr als eine Milliarde Dollar (770 Millionen Euro) von der US-Regierung erhalten, so der Ausschussbericht. Darin wird auch das US-Außenministerium kritisiert, das private Sicherheitsfirmen im Irak zu wenig überwacht habe.

( dpa )