Beschäftigung: Quote sinkt auf 8,7 Prozent

Weniger Arbeitslose

Bessere Jobchancen für über 50-Jährige und teilweise Fast-Vollbeschäftigung am Hamburger Rand - die Lage auf dem Arbeitsmarkt in Schleswig-Holstein hat sich weiter entspannt.

Kiel. Erheblich weniger Arbeitslose, bessere Jobchancen auch für über 50-Jährige und teilweise Fast-Vollbeschäftigung am Hamburger Rand - die Lage auf dem Arbeitsmarkt in Schleswig-Holstein hat sich weiter entspannt. Ende September waren im Land 110 900 Arbeitslose gemeldet und damit 15,3 Prozent weniger als vor einem Jahr, teilte die Bundesagentur für Arbeit in Kiel mit. Zum August gab es einen Rückgang um 5,9 Prozent. Die Arbeitslosenquote sank auf 7,8 Prozent, nachdem sie vor einem Jahr noch 9,2 Prozent betragen hatte.

Von der guten Konjunktur profitieren jetzt auch verstärkt die über 50-Jährigen: In dieser Altersgruppe sank die Zahl der Arbeitslosen überproportional um 17,7 Prozent auf 25 700. Die Entwicklung bei den Jüngeren unter 25 konnte damit nicht mithalten - hier gab es einen Rückgang um 13,1 Prozent auf 14 300.

Nach den aktuellsten Beschäftigungszahlen aus dem Juli entstanden im Norden binnen eines Jahres 16 500 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze. Das Plus von 2,1 Prozent entspricht genau dem Bundesdurchschnitt. Besonders kräftige Beschäftigungszuwächse verbuchten Dienstleistungen für Unternehmen (plus 5900), die Industrie (2900) und das Gastgewerbe (1300). Stellenverluste registrierten die öffentliche Verwaltung, Banken und Versicherungen.

Die aktuellen Daten offenbaren ein anhaltendes regionales Gefälle: Während der an die Metropole Hamburg grenzende Kreis Stormarn mit der niedrigen Arbeitslosenquote von 4,3 Prozent "süddeutsche Verhältnisse" erreicht hat, kommen Dithmarschen und Nordfriesland auf je 9,1 Prozent. Unter den kreisfreien Städten steht Lübeck mit 12,7 Prozent am schlechtesten da, Neumünster mit 11,0 Prozent am besten.

Mit dem Rückgang der landesweiten Arbeitslosenquote auf unter acht Prozent sei "ein erstes Ziel" erreicht, kommentierte Arbeitsminister Uwe Döring (SPD). Allerdings sei besonders die Jugendarbeitslosigkeit noch immer zu hoch. Wirtschaftsminister Dietrich Austermann (CDU) meinte: "Die Zahlen belegen, dass Schleswig-Holstein seine Spitzenposition im Norden beim Zuwachs der Beschäftigung und beim Abbau der Arbeitslosigkeit weiter ausbaut und im Bundesvergleich zum obersten Drittel zählt." Die Förderpolitik des Landes greife in allen Regionen.

Auch in Hamburg hat sich die Entspannung auf dem Arbeitsmarkt fortgesetzt. In der Hansestadt ging die Zahl der Arbeitslosen im Vorjahresvergleich um 16,6 Prozent auf 77 200 zurück. Die Quote fiel auf 8,7 Prozent.