Hollywood: Produzenten abgehört

Star-Regisseur McTiernan muss ins Gefängnis

Auf sein Konto gehen Kassenschlager wie „Stirb Langsam“, „Jagd auf Roter Oktober“ und „Last Action Hero“. Jetzt wurde Filmemacher John McTiernan falscher Ehrgeiz zum Verhängnis.

Los Angeles. John McTiernan (56), Regisseur von Hollywood- Kassenschlagern wie "Stirb Langsam", "Jagd auf Roter Oktober" und "Last Action Hero", muss für vier Monate ins Gefängnis. Das Strafmaß für den in einen Abhörskandal verwickelten Filmemacher wurde am Montag von einer Richterin in Los Angeles festgesetzt, berichtete die "Los Angeles Times". Zudem muss der Regisseur eine Strafe von 100 000 Dollar zahlen. Sein Anwalt will Berufung einlegen. McTiernan war angeklagt, FBI-Beamte belogen zu haben. Die Polizisten hatten den Filmemacher zu dem als "Privatdetektiv der Stars" bekannt gewordenen Anthony Pellicano befragt.

Laut Klageschrift hatte der Regisseur den Privatdetektiv "angeheuert und bezahlt", durch illegales Abhören Informationen über den Produzenten Charles Roven zu beschaffen. McTiernan und Roven hatten zusammen an dem Film "Rollerball" gearbeitet. Pellicano wiederum muss sich wegen Gaunereien, des Abhörens von Telefongesprächen und der illegalen Beschaffung vertraulicher Informationen vor Gericht verantworten.

McTiernan, der im letzten Jahr seine Schuld einräumte, die FBI- Beamten belogen zu haben, kämpfte bis zuletzt um eine Rücknahme des Geständnisses. Der Regisseur habe damals Medikamente und Alkohol eingenommen und sei nach einem langen Flug übermüdet gewesen, argumentierte sein Anwalt vor Gericht. Zudem leide er an Depressionen und verdiene keine Haftstrafe. "Er wird bestimmt nicht der einzige deprimierte Häftling sein", konterte Richterin Dale Fischer scharf.

Der Prozess gegen Pellicano soll im nächsten Jahr beginnen. Zu seinen Kunden gehörten Hollywoodstars wie Tom Cruise, John Travolta und Steven Seagal. Auch Popstar Michael Jackson hatte seine Dienste in Anspruch genommen. Der Privatdetektiv, der im Auftrag reicher Klienten Telefone angezapft und sich mit dubiosen Mitteln Informationen über "Zielpersonen", darunter die Schauspieler Sylvester Stallone und Gary Shandling, besorgt haben soll, hat die Vorwürfe bestritten.