Werften: Lukrativer Arbeitsmarkt

IG Metall fordert neue Arbeitsplätze im boomenden Schiffbau

Die IG Metall hat die boomenden deutschen Werften aufgefordert, den Aufschwung in der Branche in neue Arbeitsplätze umzusetzen. Trotz prall gefüllter Auftragsbücher und einer Auslastung auf Jahre hinaus hätten die Werften im vergangenen Jahr nur 587 feste neue Arbeitsplätze bei den Stammbelegschaften geschaffen.

Hamburg. Auf den Werften arbeiten jetzt direkt knapp 20 200 Menschen. Dagegen seien bezahlte und unbezahlte Überstunden, Guthaben auf Arbeitszeitkonten, Leiharbeit und der Einsatz von Werkvertragsfirmen an der Tagesordnung. Nach den Erhebungen der IG Metall und des Instituts für Arbeit und Wirtschaft (IAW) der Universität Bremen sind mehr als 15 000 Leiharbeiter und Werkvertragsnehmer auf den Werften zum Teil langfristig tätig, überwiegend zu schlechteren Bedingungen als die Stammbelegschaften. "Die Unternehmen decken mit Leiharbeitern nicht mehr Auftragsspitzen ab, sondern sie sind ein Teil der normalen Personalplanung geworden", sagte die Bezirksleiterin der IG Metall Küste, Jutta Blankau. Die Gewerkschaft will nun durchsetzen, dass Leiharbeiter für gleiche Arbeit auch das gleiche Geld wie ihre fest angestellten Kollegen auf den Werften erhalten.

Zudem seien die Guthaben auf Zeitkonten um 17 Prozent und die Überstunden außerhalb von Arbeitszeitkonten um 94 Prozent gestiegen. "Das wären noch einmal 2200 zusätzliche Vollzeit-Arbeitsplätze", sagte Thorsten Ludwig vom IAW. Doch die Gewerkschaften hatten auch Lob für die Arbeitgeber: Die 31 Werften hätten die Zahl ihrer Auszubildenden um 19 Prozent erhöht und damit eine Zusage auf der 5. maritimen Konferenz im vergangenen Jahr übererfüllt. "Der Schiffbau bietet auch für junge Leute eine Zukunft", sagte Blankau. Im kommenden Jahr wollen die Gewerkschaften noch einmal europaweit gemeinsam mit dem europäischen Schiffbauverband auf die beruflichen Chancen im Schiffbau hinweisen.