Finanzen: Nach Zinssenkungen in den USA

Euro klettert auf neues Allzeithoch

Die europäische Gemeinschaftswährung stieg am frühen Montagmorgen auf 1,4130 Dollar. Experten rechnen zum Jahresende sogar mit einem Eurokurs von 1,45 Dollar.

Frankfurt/Main. Der Euro ist mit einem Rekordhoch in die neue Handelswoche gestartet. Die Gemeinschaftswährung stieg am frühen Montagmorgen auf 1,4130 Dollar und lag damit über ihrem bisherigen Höchststand von 1,4119 Dollar vom vergangenen Freitag. Im Laufe des Tages gab der Euro etwas nach und notierte am Mittag bei 1,4120 Dollar. Die europäische Gemeinschaftswährung ist seit der unerwartet kräftigen Zinssenkung in den USA in der vergangenen Woche unaufhaltsam gestiegen.

Finanzmarktexperten halten einen Eurokurs von 1,45 Dollar bis zum Jahresende für denkbar, da in den USA weitere Leitzinssenkungen zu erwarten sind, während die EZB unter Präsident Jean-Claude Trichet eher zum Abwarten oder sogar zu einem Anziehen der Zinsschraube zu tendieren scheint. Sinkende Zinsen machen Anleihen in Dollar weniger attraktiv.

Nach Einschätzung des Chefvolkswirts der Deutschen Bank Norbert Walter wird es noch eine Weile dauern, bis die EZB über Zinssenkungen nachdenkt. Eine Entscheidung darüber werde davon abhängen, "wie stark die Aufwertung des Euro in nächster Zeit wird", sagte Walter der Deutschen Welle. Die hohe Bewertung der Gemeinschaftswährung werde die Europäer irgendwann auch schmerzen.

"Für die nächsten drei, vier Jahre kann ich mir sehr gut vorstellen, dass der Euro an Wert, an Bedeutung und an Anerkennung international gewinnt und dass die Debatte geführt wird, ob der Euro als Weltwährung den Dollar ablöst. Ich halte nichts davon und glaube, dass der Dollar die Nummer eins bleibt", erklärte der Experte.

Wirtschaftswissenschaftler Michel Burda von der Humboldt-Universität Berlin wies auf die positiven Aspekte des Euro-Anstiegs hin. Die Benzinpreise seien vergleichweise moderat geblieben angesichts eines Ölpreises von 80 Dollar. "Das kann nur daran liegen, dass der Euro mit angestiegen ist und das alles für uns etwas verbilligt", sagte er dem WDR.