Verdächtige auch in Niedersachsen

Razzien gegen Bodybuilder-Doping

Bei Razzien rund um den Globus gegen den illegalen Handel mit Dopingmitteln für Bodybuilder sind auch Niedersachsen ins Visier der Ermittler geraten.

Wiesbaden/Lüneburg. In Lüneburg wurde die Wohnung eines 23-jährigen Muskelsportlers durchsucht, der Dopingmittel für sich und Bekannte hergestellt haben soll, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Montag. Er sei aber nur ein "kleines Licht". Auch in Hannover gab es nach Angaben des Innenministeriums eine Durchsuchung. In Deutschland wurden nach Angaben des Bundeskriminalamtes (BKA) fünf illegale Labors zur Herstellung von Anabolika ausgehoben. Die Aktion von BKA, Polizei und Zoll fand am vergangenen Donnerstag und Freitag statt.

Dabei war in Minden (Nordrhein-Westfalen) ein Mann festgenommen worden. In Deutschland wird insgesamt gegen 20 Beschuldigte ermittelt. Dem 23-jährigen Lüneburger kamen die Ermittler den Angaben zufolge über seinen Arzneimittel-Lieferanten auf die Spur. Bei ihm seien auch kleine Mengen eines Dopingmittels für den Eigenbedarf gefunden wurden. Die richtigen Untergrundlabors zur Herstellung von Dopingmitteln und gefälschter Arzneimittel waren in Minden, Oberursel (Hessen), Köln, Konstanz und Hamburg. 50 Liter Hormon-Rohstoff sowie mehrere 10 000 Tabletten oder Kapseln der verbotenen Substanzen seien sichergestellt worden, sagte ein BKA-Sprecher.

Die Initiative sei von der US-Antidrogenbehörde DEA ausgegangen, die Erkenntnisse über den Ursprung der Doping-Rohstoffe aus China gehabt habe. Razzien gab es auch in den USA, Kanada, Mexiko, Schweden, Polen, Spanien, Israel und Australien.