Birma: Protestwelle wird immer stärker

Zehntausende demonstrieren gegen Militärregime

Was vor wenigen Tagen als Protest gegen Preiserhöhungen begann, hat sich zu einer Massenkundgebung gegen die Junta ausgeweitet. Berlin unterstützt den friedlichen Massenprotest. Die Organisation Reporter ohne Grenzen prangert gravierende Verstöße gegen die Pressefreiheit im Zusammenhang mit den Demonstrationen an.

Rangun/Berlin. Die Protestwelle gegen das Militärregime in Birma wird immer stärker. Nach Angaben von Augenzeugen zogen mehr als 30 000 Mönche und Zivilisten durch die Straßen der Hafenmetropole Rangun.

In einem ersten Warnschuss an die Adresse der Demonstranten hatte der vom Staat kontrollierte Religionsrat die Klöster aufgefordert, alle Mönche aus dem Umland nach Hause zu schicken. Augenzeugen berichteten von ersten Zusammenstößen mit Sicherheitskräften. Zivilisten, die die Mönchen mit Plakaten begleiteten, wurden abgedrängt. Die Plakate wurden ihnen entrissen.

Der Mönchsaufstand begann vergangenen Dienstag zunächst als Protest gegen drastische Preiserhöhungen. Seit dem Wochenende werden jedoch Aufrufe zum Sturz des Militärregimes laut. Urheber soll eine Untergrundbewegung von Mönchen sein. Die Authentizität der Aufrufe ist in dem Polizeistaat schwer zu prüfen.

Die Bundesregierung hat Sympathie für den friedlichen Massenprotest gegen die Militärjunta in Birma bekundet und die Freilassung festgenommener Demonstranten gefordert. Die Bundesregierung unterstütze jegliche friedliche Meinungsäußerung, sagte der Sprecher des Auswärtigen Amts, Martin, in Berlin. Die Machthaber dürften sie nicht unterbinden. Darüber hinaus wünsche sich die Bundesregierung dringend, dass auch Friedensnobelpreisträgerin Aung Sam Suu Kyi freigelassen werde, sagte Jäger. Die Oppositionsführerin steht unter Hausarrest.

Die Organisation Reporter ohne Grenzen prangerte unterdessen gravierende Verstöße gegen die Pressefreiheit im Zusammenhang mit den Demonstrationen in Birma an. Die Anwendung von Gewalt und Zensur gegenüber Journalisten, die über die Demonstrationen berichten, sei eine "verabscheuenswerte Strategie", erklärte der Verband in Berlin. So sollten Reporter von der Ausübung ihres Berufes abgehalten werden.