Leichtathletik:

Powell rast erneut allen davon

Sprint-Weltrekordler Asafa Powell verhalf dem Leichtathletik-Weltfinale in Stuttgart zu einem starken ersten Tag.

Der Jamaikaner gewann die 100 m in 9,83 Sekunden, der drittbesten Zeit des Jahres nach seinem Weltrekord-Wettkampf vor zwei Wochen in Rieti (9,74 und 9,78) und krönte damit den Auftakt der womöglich letzten großen Leichtathletik-Veranstaltung im Gottlieb-Daimler-Stadion. So schnell wie der mit 30.000 US-Dollar-Siegprämie honorierte 24-Jährige aus der Karibik war noch niemand auf deutschem Boden. "Das war eines der besten Rennen meiner Karriere", sagte Powell, der sich bei den Weltmeisterschaften Ende August in Osaka mit Bronze hatte begnügen müssen. "Ich bin umso glücklicher, da es nach zwei Fehlstarts heute war."

Weltmeisterin Barbora Spotakova stahl derweil den deutschen Speerwurf-Assen Christina Obergföll und Steffi Nerius erneut die Show. Sie glänzte mit dem tschechischen Rekord von 67,12 Metern und kassierte ebenso wie Powell 30 000 Dollar Siegprämie. Für Europarekordlerin Obergföll war es die zweite Niederlage in diesem Jahr nach Osaka, wo Spotakova WM-Gold vor der Topfavoritin gewonnen hatte. Die Offenburgerin musste sogar den zweiten Platz ihrer nationalen Rivalin Steffi Nerius überlassen: Die Europameisterin kam auf 64,90 Meter, Obergföll auf 63,47.

Im Stabhochspringen musste sich die erfolgsverwöhnte "Überfliegerin" Jelena Isinbajewa hartnäckiger Konkurrenz erwehren: Die Weltrekordlerin und Olympiasiegerin aus Russland gewann erst nach einem Stechen gegen die Polin Monika Pyrek. Zuvor hatten beide die 4,82 Meter überquert. Isinbajewa konnte damit ihre Siegesserie aufrechterhalten. Letztmals hatte sie am 30. August 2006 verloren, als sie in Warschau an der Anfangshöhe von 4,50 Meter scheiterte.

Das Weltfinale 2007 ist vermutlich die Abschiedsvorstellung der Leichtathletik im Gottlieb-Daimler-Stadion, das nach dem Willen des deutschen Meisters VfB Stuttgart in eine reine Fußball-Arena umgebaut werden soll. Am Montag wollen Stadt und Weltverband IAAF über die Auflösung des noch bis 2008 laufenden Ausrichter-Vertrages für das Weltfinale verhandeln.