Deutsche Bahn: Keine Einigung in Sicht

Vermittlungsrunde im Tarifstreit gescheitert

Nach dem Scheitern neuer Bemühungen zur Lösung des Tarifstreits bei der Deutschen Bahn drohen ab Oktober erneut Streiks. Bahnkunden müssen wieder mit Zugausfällen und Verspätungen rechnen. Die Bahngewerkschaften Transnet, GDBA und die Lokführergewerkschaft GDL konnten sich nicht auf eine gemeinsame Linie verständigen.

Berlin. Es gebe keine Grundlage mehr für eine Zusammenarbeit mit der GDL. GDL und Bahn wollten bis Ende September verhandeln. Für den Fall, dass keine Lösung gefunden wird, hatte die GDL mit Streiks gedroht. Nach dem Bruch der Gewerkschaften scheint eine Einigung kaum mehr möglich.

Unter Vermittlung der beiden ehemaligen CDU-Politiker Kurt Biedenkopf und Heiner Geißler hatten sich die Lokführer mit der Bahn Ende August nach wochenlangem Streit darauf verständigt, dass die GDL federführend über Arbeitszeit und Lohn der Lokführer verhandelt, die Gewerkschaften Transnet und GDBA für die übrigen Bahn-Beschäftigten.

Dennoch gab es weiter Streit um die Auslegung der Einigung. So beharrte die GDL darauf, zunächst einen eigenen Tarifvertrag abzuschließen, bevor sie mit den beiden anderen Gewerkschaften kooperiert. Zudem hätten die GDL-Vertreter mehrfach erklärt, sie verhandelten auch für die Zugbegleiter und die Mitarbeiter der Bordrestaurants, erklärten Transnet und GDBA.

Die Vermittler, die ehemaligen CDU-Politiker Kurt Biedenkopf und Heiner Geißler, hatten sich bei den Tarifgesprächen bemüht, die Grundlagen für eine Tarifvereinbarung der Lokführer bei der Deutschen Bahn zu ebnen. Nach Hansens Angaben sind beide nun nicht mehr bereit, sich an weiteren Verhandlungen zu beteiligen.

Die Bahn hatte eigentlich schon vor mehreren Wochen mit beiden Gewerkschaften einen neuen Tarifvertrag mit einer Lohnerhöhung von 4,5 Prozent ausgehandelt. Die GDL wollte diesen aber nicht akzeptieren und pochte auf einen eigenen Tarifvertrag für die Lokführer mit größeren Lohnsteigerungen. Bei den neuen Tarifverhandlungen wollten Transnet und GDBA weitere leistungsbezogene Lohnerhöhungen durchsetzen. "Hier gibt es erheblichen Nachholbedarf, und den fordern wir von der Arbeitgeberseite ein", erklärten Transnet-Chef Hansen und der GDBA-Vorsitzende Klaus-Dieter Hommel.