EU-Kommission: Höhere Kosten für Futtermittel

Fleisch wird teurer

Nach Preissteigerungen bei Milch und Milchprodukten muss auch der Fleischliebhaber wohl bald tiefer in die Tasche greifen.

Hamburg. Nach Preissteigerungen bei Milch und Milchprodukten müssen sich die Verbraucher nach Einschätzung der Europäischen Kommission auf eine deutliche Erhöhung der Fleischpreise einstellen. Grund seien vor allem höhere Kosten für Futtermittel, sagte EU-Agrarkommissarin Mariann Fischer Boel der "Financial Times Deutschland". Sollten die Getreidepreise auf dem derzeitigen Niveau verharren, droht nach internen Berechnungen der EU-Kommission im kommenden Jahr bei Geflügelfleisch ein Plus von zehn Prozent.

Bei dem auch von anderen Faktoren getriebenen Schweinepreis wären es sogar 30 Prozent. Am wenigsten betroffen wäre Rindfleisch, das nur sieben Prozent teurer würde. Dass die Folgen des teureren Getreides sich bisher noch nicht bei den Fleischpreisen bemerkbar gemacht haben, führte Fischer Boel darauf zurück, dass viele Produzenten mit Langfristverträgen arbeiteten.

In den vergangenen Wochen hatten steigende Preise für Milch und Milchprodukte die Verbraucher aufgeschreckt. Zudem wird erwartet, dass Brot und Backwaren teurer werden.

Verantwortlich für den Preisanstieg sind nicht nur schlechte Ernten. Mindestens im gleiche Maße ist nach Einschätzung von Experten die wachsende Nachfrage aus Asien für die Engpässe verantwortlich. Der wachsende Wohlstand in den Schwellenländern wie China und Indien führe dort auch zu höherem Nahrungsmittelkonsum. Außerdem verschärfe die wachsende Nachfrage nach Bioenergie die Engpässe auf dem Getreidemarkt.

Fischer Boel mahnte, steigende Preise und leere Lager in Europa seien eine Situation, für die die EU vorbauen sollte: "Wir müssen eine komplett neue Situation in unsere Überlegungen einbeziehen." In den kommenden Wochen wolle sie eine Diskussion darüber führen, ob Europa Notlager für einige Getreidesorten brauche, sagte die Kommissarin.