Nach öffentlicher Kritik:

Doch keine Werbung an Hamburgs Schulen

Der Senat hat Pläne für eine Lockerung der Werbebeschränkungen an den Schulen der Hansestadt fallengelassen. Der Grund: Nachdem das Hamburger Abendblatt über das Vorhaben berichtet hatte, gingen am Donnerstag vor allem Eltern von Schulkindern auf die Barrikaden.

Hamburg. Angedacht war, Produktwerbung an Hamburgs Schulen vom 1. Oktober an grundsätzlich zu erlauben. Weiterhin verboten sollte lediglich weltanschauliche, religiöse oder politische Werbung bleiben. Dieser Plan ist nun vom Tisch. "Es bleibt alles so, wie es ist", sagte ein Sprecher der Hamburger Bildungsbehörde am Donnerstag. Als Grund gab er eine breite öffentliche Ablehnung an.

Bildungssenatorin Alexandra Dinges-Dierig sagte, es gäbe "viele Stimmen gerade unter Eltern -, die befürchten, dass der Bildungs- und Erziehungsauftrag unserer Schulen unter größeren Werbemöglichkeiten leiden könnte. Diesen Bedenken wollen wir Rechnung tragen und deshalb den neuen Richtlinien-Entwurf nicht weiterverfolgen." Zuvor hatte Dinges-Dierig die Pläne als Chance für sozial schwächer strukturierte Stadtteile bezeichnet.

Die Schulen hätten die Werbeeinnahmen für eigene Zwecke verwenden dürfen. Klassenreisen, Sportgeräte, Instrumente und Schulveranstaltungen müssen nun weiterhin auf dem herkömmlichen Weg finanziert werden. Die bisherige Werbe- und Sponsoring-Richtlinie bleibt unverändert in Kraft. Sie schreibt ein striktes Werbeverbot an Schulen fest.