Massenproteste nach verheerenden Bränden:

Druck auf Regierung wächst

Etwa 10 000 Demonstranten warfen den Behörden vor, immer wieder Bauprojekte auf abgebrannten Waldflächen zu genehmigen. Deshalb lägen Brandstiftungen oft im Interesse von Investoren.

Athen. Die Teilnehmer des Protests vor dem Parlament in Athen kritisierten außerdem, das staatliche Krisenmanagement sei schlecht organisiert gewesen. Zudem müsse die Regierung mehr tun, um Brandstiftungen zu verhindern. Aus Trauer um die 63 Todesopfer trugen die meisten Demonstranten schwarze Kleidung. Nichtstaatliche Organisationen und Bürger hatten die Kundgebung organisiert.

Jetzt wächst der Druck auf Ministerpräsident Kostas Karamanlis, der im kommenden Monat wiedergewählt werden will. Sowohl seine Partei Neue Demokratie als auch die oppositionelle sozialistische Pasok haben seit Ausbruch der Feuer an Unterstützung verloren. Kurz vorher hatte Karamanlis Wahlen für den 16. September angesetzt.

Die Feuerwehr hatte am Mittwoch erst nach tagelangem Kampf gegen die Flammen die Oberhand gewonnen. Die Feuer seien nun unter Kontrolle, sagte ein Mitarbeiter der Freiwilligen Feuerwehr in Ploutochori auf der besonders schwer betroffen Halbinsel Peloponnes. Es bleibe aber die Sorge, dass der Wind die Flammen wieder anfachen könnte.

Zahlreiche Länder aus Europa hatten Hilfe entsandt, um die am Freitag ausgebrochene Feuersbrunst zu bekämpfen. Die griechische Regierung geht davon aus, dass die Waldbrände das Land mehr als 1,2 Milliarden Euro kosten.