Washington: Skandal bei Republikanern

Sex-Affäre: Senator verhaftet

Seit mehr als einem Vierteljahrhundert sitzt Larry Craig im US-Kongress. Jetzt kommt ihm ein unbedachter Moment auf einer Flughafentoilette teuer zu stehen.

Washington. Wegen angeblich "anstößigen Verhaltens" auf einer Flughafentoilette ist ein republikanischer US-Senator mit dem Gesetz in Konflikt geraten. Larry Craig (62) aus dem Staat Idaho bestätigte am Montag (Ortszeit), dass er sich Anfang des Monats im Zusammenhang mit dem Vorfall vor Gericht schuldig bekannte. US-Medien zufolge zahlte er eine Geldstrafe von umgerechnet rund 370 Euro.

Die Zeitung "Roll Call" hatte unter Berufung auf Polizeiakten berichtet, Craig sei im Juni auf der Herrentoilette des Flughafens von Minneapolis von einem Zivilbeamten festgenommen worden. Der Senator habe zuvor Zeichen gegeben, "die von Personen verwendet werden, die unzüchtiges Verhalten beabsichtigen". Craig bestreitet inzwischen allerdings, gegen Gesetze verstoßen zu haben. "Im Rückblick hätte ich mich nicht schuldig bekennen sollen", erklärte der Politiker in einer Stellungnahme vom Montag weiter. Er habe die Angelegenheit nur schnell aus der Welt schaffen wollen.

Craig zog sich nach Angaben des Fernsehsenders CNN wegen der Affäre inzwischen aus der Wahlkampagne des republikanischen Präsidentschaftskandidaten Mitt Romney zurück. Der konservative Politiker sitzt seit mehr als einem Vierteljahrhundert im US-Kongress. In der Vergangenheit stimmte er für einen Verfassungszusatz, der sich gegen gleichgeschlechtliche Ehe richtet. Außerdem votierte er gegen ein Gesetz, das eine Diskriminierung bei Einstellungen wegen der sexuellen Orientierung von Bewerbern unter Strafe stellt.