HSV: UEFA-Pokal-Qualifikation

van der Vaart heiß auf Honved

Nach dem torlosen Hinspiel in Ungarn kann der HSV (Rücken)schmerzbefreit aufspielen. Bei erfolgreicher Qualifikation winken den Profis und dem Verein saftige Einnahmen.

Hamburg. Der Hamburger SV will die Tür zum großen Geld aufstoßen. Mit einem hochmotivierten Rafael van der Vaart, der nach dem geplatzten Wechsel international auftrumpfen will, stehen die Norddeutschen nach dem torlosen Hinspiel am Donnerstag (20.30/NDR live) vor einer lösbaren Aufgabe in der UEFA-Pokal-Qualifikation gegen Honved Budapest. "Das Ergebnis ist aber gefährlich. Mit einem 1:1 sind wir draußen. Wir müssen gewinnen", warnt HSV-Coach Huub Stevens. Die Profis erhalten bei erfolgreicher Qualifikation für Europa eine Gesamtprämie von mehr als 600 000 Euro.

Das große Geldverdienen fängt für den HSV in der nächsten Runde an und könnte beim Einzug in die Gruppenphase bis zu drei Millionen Euro bringen. "Peanuts" im Vergleich zu den fast 17 Millionen Euro, die 2006 trotz Ausscheidens in der Champions League in die Schatulle flossen. Als "größte wirtschaftliche Chance der Saison" sieht Vereinspräsident Bernd Hoffmann den UEFA-Pokal. Und Sportchef Dietmar Beiersdorfer wartet nach dem 1:2 in Bochum auf eine Reaktion der Mannschaft: "Wir wollen ein wichtiges Zeichen setzen, um die Saison positiv zu gestalten."

Nach seiner mysteriösen Rückenverletzung und dem Wechseltheater rund um das Hinspiel will van der Vaart sich nun voll auf den HSV konzentrieren. "Ich bin froh, dass es jetzt klar ist. Ich hoffe auf eine schöne Saison", sagte der umworbene Spielgestalter, der von Weltverbands-Präsident Joseph Blatter hart kritisiert wird. Dem Magazin "Sport Bild" sagte der Schweizer: "Van der Vaart ist einer von denen, die nicht verstanden haben, dass ein Spieler eine soziale und gesellschaftliche Verantwortung hat." Dass sich der Niederländer sogar mit einem Trikot des FC Valencia habe ablichten lassen, sei zurückzuführen auf "eine Charakterlosigkeit und Undiszipliniertheit der Spieler, weil sie nur auf Geld aus sind. Warum machen Spieler so was? Wegen Geld. Und wegen Agenten. Die sind dann gierig, und dann ist eine Kamera da".

Nicht mit von der Partie gegen den ehemaligen ungarischen Armeeclub ist Nigel de Jong nach zwei Gelben Karten. Für ihn rückt vor die Abwehr Innenverteidiger Vincent Kompany, dessen Position Bastian Reinhardt einnimmt. Reinhardt kann sich schon einmal einspielen, muss er doch am Sonntag im Bundesliga-Topspiel gegen Bayern München den gesperrten Kompany ersetzen. Guy Demel leidet noch an den Folgen einer Magen-Darm-Grippe. Wird er nicht fit, könnte Miso Brecko spielen.

Zwar immer noch als Tabellenführer, aber mit einer Niederlage und einem Unentschieden im Gepäck reist Honved in die Hansestadt. "Ich bin mir sicher, dass die Begegnung am Donnerstag anders sein wird als das Hinspiel. Ich habe das Gefühl, dass im Spiel der Deutschen Fehlermöglichkeiten liegen", sagte Trainer Attila Supka. Aus der Niederlage gegen Bochum schließe er, dass man "den HSV mit einem starken, aggressiven Spiel überraschen kann".