Afghanistan: Nach sechs Wochen Gefangenschaft

Acht Geiseln freigelassen

Die Südkoreaner, sieben Frauen und ein Mann, sind wohlauf. Das Schicksal des deutschen Bauingenieurs Rudolf B. ist weiter ungewiss.

Kabul/Seoul. Knapp sechs Wochen nach Beginn des Geiseldramas in Afghanistan haben die radikalislamischen Taliban acht von noch 19 südkoreanischen Geiseln freigelassen. Die Koreaner, sieben Frauen und ein Mann, wurden an einen Unterhändler der südkoreanischen Regierung in der südostafghanischen Provinz Ghasni übergeben. Damit befinden sich noch elf Südkoreaner in der Hand ihrer Kidnapper.

Am Dienstag hatten sich Unterhändler der Regierung in Seoul und Vertreter der Taliban auf die Freilassung der noch 19 Geiseln geeinigt. Die Taliban hatten vor knapp sechs Wochen 23 Mitglieder einer südkoreanischen Kirchengruppe verschleppt. Zwei Koreaner hatten die Entführer erschossen; zwei Frauen wurden später freigelassen. Die südkoreanische Regierung hat nach eigenen Angaben zugesagt, ihre rund 200 Soldaten - wie bereits vor der Geiselnahme beschlossen - bis Jahresende aus Afghanistan abzuziehen. Auch habe die Regierung versprochen, keine "christlichen Missionare mehr in das Land zu schicken". Nach Angaben der Taliban willigte Seoul ein, alle Missionare bereits bis diesen Freitag nach Hause zu beordern.