Eifersuchtsdrama

Untreue Freundin erstochen - Anklage fordert sieben Jahre Haft

Im Prozess um das tödliche Ende eines Eifersuchtsdramas hat die Staatsanwaltschaft am Mittwoch vor dem Hamburger Landgericht sieben Jahre Freiheitsstrafe für einen 44- jährigen Mann gefordert.

Hamburg. Der geständige Angeklagte hatte seine Lebensgefährtin im April mit mehr als 20 Messerstichen getötet, nachdem die 38-Jährige ihm ein Liebesverhältnis mit seinem besten Freund gebeichtet hatte. Die Staatsanwältin ging von Totschlag aus und billigte dem Mann für die Affekthandlung verminderte Schuldfähigkeit zu. Der Verteidiger plädierte auf fünf Jahre Haft. Das Urteil soll an diesem Montag verkündet werden.

"Für mich ist die schlimmste Strafe, dass ich weiß, dass ich dazu fähig war", sagte der 44-Jährige in seinem Schlusswort. Er könne nicht verstehen, wie er so die Kontrolle über sich habe verlieren können. In der Nacht vor der Tat hatte der Angestellte der Wasserwerke auf einer Party das Gerücht gehört, seine Partnerin gehe mit seinem besten Kumpel fremd. Am Abend des folgenden Tages hatte die Frau, für die er seine Familie verlassen hatte, dann nach längerem Leugnen ihre Untreue eingeräumt. Daraufhin hatte der 44- Jährige mit mehreren Messern auf seine Freundin eingestochen.

Eine Gutachterin billigte dem Angeklagten für die Tat erheblich verminderte Steuerungsfähigkeit zu. Der Mann habe die wachsenden Konflikte in der Partnerschaft verdrängt. Mit dem Geständnis ihrer Untreue hatte die Frau dann aber nach Ansicht der Psychologin sein Bild von der glücklichen Beziehung zerstört und eine Kurzschlussreaktion bei ihm ausgelöst.