Internet: Eingeständnis

China will Hacker-Angriffe unterbinden

Also doch. Bisher hatte die chinesische Regierung Internet-Spionage bei deutschen Regierungsstellen abgestritten. Doch auf Drängen von Angela Merkel will China jetzt hart gegen Computerhacker vorgehen.

Peking. Chinas Ministerpräsident Wen Jiabao will auf Drängen von Bundeskanzlerin Angela Merkel hart gegen Computerhacker und Produktpiraterie durchgreifen. Er werde entschlossen und tatkräftig gegen Hackerangriffe auf Computer deutscher Regierungsstellen vorgehen und derartige Vorgänge stoppen, kündigte Wen am Montag nach einem Gespräch mit Merkel in Peking an. Der Kampf gegen die Hacker sei umgehend auf die Tagesordnung gekommen, nachdem seine Regierung von den Zwischenfällen in Deutschland erfahren habe. Das Thema werde mit großer Aufmerksamkeit verfolgt.

Merkel mahnte gemeinsame Spielregeln an. "Dabei sind der gegenseitige Respekt und auch der Schutz des geistigen Eigentums natürlich unabdingbar." Nachdem rechtliche Grundlagen für den Kampf gegen Produktpiraterie geschaffen worden seien, müsse nun in China die Umsetzung verbessert werden. "Darüber müssen wir immer weiter im Gespräch bleiben."

Experten der Bundesregierung hatten offenbar erfolgreich zahlreiche Spionageangriffe von Hackern auf Computer in Ministerien und im Kanzleramt abgewehrt. Einem "Spiegel"-Bericht zufolge steckt China hinter der Online-Schnüffelei. Regierungssprecher Thomas Steg hatte erklärt, die Bundesregierung habe durch Vorsorgemaßnahmen sichergestellt, dass "kein Datenklau erfolgt ist, dass Schaden abgewendet werden konnte".