Affäre: Bush-Vertrauter verliert Rückhalt

US-Justizminister zurückgetreten

Alberto Gonzales war wegen seiner Rolle in der Affäre um die Entlassung von dem Weißen Haus nicht genehmen Bundesanwälten in die Kritik geraten.

Washington. Der seit Monaten umstrittene US-Justizminister Alberto Gonzales (52) hat seinen Rücktritt eingereicht. US-Präsident George W. Bush habe die Entscheidung akzeptiert, teilte das Weiße Haus in Washington mit. Gonzales stand seit Monaten in der Kritik. Ihm werden unter anderem die Entlassung von acht Bundesanwälten aus politischen Gründen und der Missbrauch von Antiterrorgesetzen bei Lauschaktionen gegen US-Bürger angelastet.

Gonzales habe Präsident George W. Bush bereits am Freitag telefonisch über seine Entscheidung informiert, berichtete die "New York Times" in ihrer Onlineausgabe unter Berufung auf Regierungsquellen.

Der Justizminister war wegen seiner Rolle in der Affäre um die Entlassung von dem Weißen Haus nicht genehmen Bundesanwälten in die Kritik geraten.

Der Rücktritt von Gonzales war seit langem erwartet worden, nachdem sich sowohl die oppositionellen Demokraten als auch einflussreiche republikanische Parteifreunde vom Justizminister distanziert hatten. Gonzales hatte zuletzt nur noch politischen Rückhalt von Bush.

Gonzales war vom Präsidenten im Februar 2005 zum Justizminister ernannt worden. Der 52-Jährige war einer der letzten politischen Gefolgsleuten von Bush aus dessen Zeiten als Gouverneur von Texas.