Berlin: Tom-Cruise-Film

Elf Verletzte bei Dreharbeiten

Die Darsteller waren bei den Aufnahmen von einem Lastwagen gestürzt – ein Statist wurde sogar schwer verletzt.

Berlin. Erneut Aufregung um Tom Cruises Stauffenberg- Film "Valkyrie": Elf Statisten wurden am Sonntagabend bei Dreharbeiten in Berlin verletzt, einer von ihnen schwer. Das teilte die Polizei am Montag mit. Die Komparsen, die Wehrmachtssoldaten spielten, saßen auf der Ladefläche eines Pritschenwagens, als sich in einer Kurve ein Riegel löste und die hölzerne Seitenklappe des Lastwagens aufsprang. Die Schauspieler erlitten bei dem Sturz von dem Laster vor allem Prellungen und Platzwunden am Kopf. Cruise selbst war an diesem Abend nicht an den Dreharbeiten beteiligt.

Die Polizei ermittelt nach dem Unfall wegen fahrlässiger Körperverletzung. Da es sich um einen Arbeitsunfall handelt, wurde auch das Landesamt für Arbeitsschutz eingeschaltet. Es gehe unter anderem um die Frage nach dem Status der Beschäftigten und eventuelle Schadenersatzforderungen, hieß es dort.

Der schwerer Verletzte schwebe nicht in Lebensgefahr, sagte ein Polizeisprecher. Keiner der Komparsen habe sich ernsthafte Verletzungen zugezogen, als er von dem mit weniger als 15 km/h fahrenden Lkw herunterfiel, erklärte dagegen die Filmproduktion United Artists. Die Dreharbeiten waren nach dem Unfall zunächst abgebrochen worden. Am Montag wurde der Dreh nach Angaben der Produktionsfirma aber planmäßig wieder aufgenommen. Bis Ende Oktober drehen Cruise und sein Team in Berlin und Brandenburg.

In dem Film von Regisseur Bryan Singer spielt Cruise den Hitler- Attentäter Claus Graf Schenk von Stauffenberg. Der Film um das Hitler-Attentat vom 20. Juli 1944 wird zum Teil am historischen Ort im Berliner Regierungsviertel gedreht. Am Sonntagabend wurde am einstigen Reichsluftfahrtministerium in der Wilhelmstraße, dem heutigen Bundesfinanzministerium, gedreht. Touristen und Berliner beobachteten die bizarre Szenerie mit Reichsadlern, wehenden Hakenkreuzfahnen und echten Ministeriumsmauern im Herzen der Hauptstadt.

Der Film mit Cruise in der Hauptrolle war in die Kritik geraten, weil der Schauspieler Anhänger der umstrittenen Scientology- Organisation ist. Das Filmteam erhielt außerdem keine Drehgenehmigung für den historischen Schauplatz im Berliner Bendlerblock, wo Stauffenberg und drei Gleichgesinnte hingerichtet wurden.