St. Pauli: Kampfmittelräumdienst im Einsatz

Millerntor abgesperrt

Zwei Ein-Liter-Flaschen mit einer unbekannten weiß-braunen Flüssigkeit riefen die Sicherheitskräfte auf den Plan. Die Behälter waren bei Baggerarbeiten entdeckt worden.

Hamburg. Nach dem Fund von zwei Tonflaschen mit Reizstoffen aus dem Zweiten Weltkrieg sind die Bauarbeiten am Hamburger Millerntor-Stadion vorläufig eingestellt worden. "Die Umweltbehörde muss nun mit dem FC St. Pauli klären, wie es mit der Baustelle weitergeht", sagte ein Feuerwehrsprecher am Donnerstag. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass sich weitere Flaschen mit dem gefährlichen Reizstoff im Erdreich befinden.

Arbeiter hatten die Ein-Liter-Flaschen bei Baggerarbeiten an der neuen Südtribüne entdeckt. Die beiden Männer kamen mit Atemreizungen in eine Hamburger Klinik. Der Kampfmittelräumdienst war nach Feuerwehrangaben "mit Vollschutz" im Einsatz. Der neben dem Stadion des Zweitligisten stattfindende Jahrmarkt "Hamburger Dom" war von der Räumung nicht betroffen. Wie gefährlich die weiß-braune Flüssigkeit ist, war zunächst nicht bekannt.

Die Feuerwehr war mit 36 Mann am Ort, um den Übungsreizstoff zu bergen. Zahlreiche Feuerwehrleute trugen grüne oder orangene Chemieschutzanzüge. Das kontaminierte Erdreich, in dem die Flaschen gefunden worden waren, wurde abgetragen und anschließend in Spezialbehältern abtransportiert. Die Flüssigkeiten wurden noch am Donnerstag in einem Labor untersucht. Erst nach mehreren Stunden konnte Entwarnung gegeben werden.

Ob die bereits hinter dem Zeitplan liegenden Bauarbeiten an der geplanten Südtribüne längerfristig beeinträchtigt sein könnten, war zunächst unklar. An Stelle der abgerissenen alten Zuschauerränge soll bis Ende des Jahres ein moderner Neubau mit Steh- und Sitzplätzen sowie mit einigen Logen errichtet werden.