Anschlagserie: Tanklastwagen als Bomben

Mindestens 175 Tote im Nordirak

Die Fahrzeuge detonierten nahe der Stadt Sindschar an der syrischen Grenze. Etwa 200 weitere Menschen wurden verletzt.

Bagdad. Bei einer Serie von koordinierten Selbstmordanschlägen sind im Nordwesten des Irak nach einheimischen Militärangaben mindestens 175 Menschen getötet worden. Etwa 200 weitere seien verletzt worden, fügte ein irakischer Offizier hinzu. Die Anschläge mit Tanklastwagen ereigneten sich demnach am Dienstagabend in drei Dörfern nahe der Stadt Sindschar an der syrischen Grenze. Das US-Militär in dem Golfstaat sprach von rund 60 getöteten Zivilisten und zahlreichen Verletzten. Insgesamt seien fünf Lastwagen zur Explosion gebracht worden.

Der Polizei zufolge galt der Anschlag offenbar der religiösen Minderheit der Jesiden, einer vorislamischen Religionsgemeinschaft, deren Angehörige im Norden des Irak und in Syrien leben. Die USA sprachen von einem barbarischen Angriff auf unschuldige Zivilisten. "Die Extremisten zeigen weiter, wie weit sie gehen, um den Irak davon abzuhalten, ein stabiles und sicheres Land zu werden", erklärte das Präsidialamt in Washington. Die USA würden ihre Anstrengungen mit der irakischen Regierung und deren Sicherheitskräfte für die Stabilisierung des Landes und einen Sieg über die Extremisten fortsetzen. Die jüngste Bombenserie dürfte zu den schwersten Anschlägen seit Beginn des Krieges im Irak vor vier Jahren zählen.

( rtr )