HSV: Transferstreit eskaliert - am Abend trainierte der Angreifer mit

Van der Vaarts dubiose Rückenschmerzen stören

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Die langen Gesichter bei der Ankunft in Budapest sprachen Bände: Eine dubiose Rückenverletzung von Rafael van der Vaart hat das Wechseltheater auf die Spitze getrieben und die Vorbereitung des Hamburger SV auf das UEFA-Pokal-Qualifikationsspiel bei Honved torpediert. Der Kapitän des Fußball-Bundesligisten ließ sich noch am Mittwochmorgen behandeln.

Hamburg. "Ich habe meinen kleinen Sohn hoch genommen und mich dabei verhoben", sagte van der Vaart nach der Landung in Budapest. Er äußerte sich aber zuversichtlich, dass er am Donnerstag (19.00 Uhr/Eurosport live) gegen den ungarischen Tabellenführer auflaufen könne. "Wenn es so bleibt, ist es kein Problem", sagte der vom FC Valencia umworbene Mittelfeldspieler. Am Abend sah es dann noch besser aus: Der Niederländer konnte am Abschlusstraining mitwirken.

Die niederländische Zeitung "De Telegraaf" äußerte unterdessen Zweifel an der Glaubwürdigkeit des Vorfalls. Wenn van der Vaart am Donnerstag für den HSV zum Einsatz kommt, hätte das Konsequenzen für seine internationale Spielberechtigung im Falle eines Transfers: Er dürfte in diesem Jahr nicht mehr in der Champions League für einen neuen Club auflaufen. Van der Vaart hatte am Montag betont, sofort nach Valencia wechseln zu wollen. Der HSV lehnt den Wunsch aber strikt ab. "Ich habe den Manager von Valencia angerufen und gesagt, dass wir den Spieler nicht abgeben und er die Bemühungen einstellen muss", sagte HSV-Sportdirektor Dietmar Beiersdorfer in Budapest.

Der HSV werde nicht von seiner Position abrücken. "Ich kann ein Stück weit nachvollziehen, dass es schwer ist für einen Spieler, sich damit abzufinden. Jetzt wollen wir, dass Rafael das abhakt und den Kopf frei bekommt." Für den Fall eines Verbleibs in Hamburg versprach van der Vaarts Berater Sören Lerby, dass der 24-Jährige alles geben wird. "Wenn er in Hamburg bleibt, habe ich Huub Stevens gesagt, dass Rafael hundertprozentig Leistung bringen wird", sagte Lerby der Internet-Ausgabe der niederländischen Zeitung "Algemeen Dagblad" am Mittwoch. In der vergangenen Saison war Khalid Boulahrouz wegen einer angeblichen Verletzung in der Champions-League-Qualifikation nicht eingesetzt worden und wechselte kurz danach vom HSV zum FC Chelsea. "Ich weiß, dass Rafael etwas am Rücken hat", bestätigte Beiersdorfer. Stevens betonte, er habe "keine Bedenken, ihn aufzustellen", sofern van der Vaart fit sei. "Es wird sich zeigen, ob er spielen kann", sagte der sichtlich genervte Coach, der seinen Spielern einen Maulkorb verpasste. So sagte Torwart Frank Rost nur: "Van der Vaart ist nicht mein Thema, klar kann ich mich auf Honved konzentrieren." Für Piotr Trochowski ist der Rummel ganz normal: "Das ist kein Problem für uns, Spieler kommen und gehen." Verzichten muss der HSV in Budapest auf Collin Benjamin, der wegen einer Knorpelabsplitterung im rechten Knie bis zu sechs Wochen pausieren muss. Möglicherweise fehlt in Budapest auch Joris Mathijsen, dessen Frau in Hamburg ein Kind erwartet.

Vor dem ehemaligen Armeeclub, in dem Fußball-Legende Ferenc Puskas spielte, warnt Stevens: "Es ist eine sehr disziplinierte hervorragende Mannschaft. Die haben einen guten Kader." Der US-Investor George F. Hemingway investierte viel Geld beim Pokalsieger und beschenkte Coach Attila Supka zur neuen Saison mit Spielmacher Zsolt Baranyos und dem ivorischen Torjäger Abraham Guie-Guie Gneki. "Wir müssen organisiert und mit starkem Willen spielen, dann könnten wir gewinnen", so Supka.

( dpa )