Auf der Strecke Moskau St. Petersburg:

Zug entgleist nach Bomben-Explosion 60 Verletzte

Der Sprengsatz detonierte am Montagabend bei Nowgorod im Nordwesten Russlands. Der Schnellzug von Moskau nach St. Petersburg sprang mit Tempo 180 aus den Gleisen. Die russische Generalstaatsanwaltschaft ermittelt wegen Terrorverdachts.

Moskau. Die Bombe hatte Ermittlern zufolge eine Stärke von zwei Kilogramm TNT. Sie riss offenbar einen eineinhalb Meter tiefer Krater ins Gleisbett. Über den Hintergrund der Tat lagen zunächst keine Angaben vor.

Der Lokführer berichtete, unmittelbar vor dem Entgleisen des Zuges sei ein Explosionsknall zu hören gewesen. Der entgleiste Schnellzug "Newski Express" gilt als einer der modernsten Züge Russlands. Wegen des Unglücks sollte die Strecke noch bis zum Nachmittag gesperrt bleiben.

Russland hat wegen Terroranschlägen in der Vergangenheit vor allem in großen Städten die Sicherheitsvorkehrungen in öffentlichen Einrichtungen erheblich verschärft. Zuletzt waren bei einem Bombenanschlag auf einem belebten Moskauer Markt im August vergangenen Jahres elf Menschen getötet und 45 verletzt worden.

Die Explosion auf der stark befahrenen Strecke ereignete sich, während im südlichen Ural Tausende von Soldaten aus China, Russland und vier ehemaligen Sowjetrepubliken aus Zentralasien an einem Anti-Terror-Manöver teilnehmen. An diesem Donnerstag wollen die Staatschefs der Schanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SCO) auf ihrem Gipfeltreffen im kirgisischen Bischkek über Konzepte der Terror-Bekämpfung beraten.