Afghanistan: Nach dreieinhalb Wochen Geiselhaft

Taliban lassen Südkoreanerinnen frei

Die zwei kranken Frauen befinden sich mittlerweile in Sicherheit. Die Aufständischen haben weiterhin 19 Südkoreaner in ihrer Gewalt.

Kabul/Seoul. Nach dreieinhalb Wochen Geiselhaft haben die radikal-islamischen Taliban erstmals zwei der von ihnen entführten Südkoreaner freigelassen. Die Regierung in Seoul bestätigte die Freilassung der beiden kranken Frauen am Montag. Sie seien an einem sicheren Ort, teilte ein Sprecher des Außenministeriums mit. Ein hochrangiger afghanischer Regierungsvertreter, der nicht namentlich genannt werden wollte, sagte, die beiden kranken Frauen würden mit zwei Krankenwagen in die südostafghanische Stadt Ghasni gebracht. Sie seien wie von den Taliban angekündigt im Distrikt Andar übergeben worden.

Die Aufständischen haben weiterhin 19 Südkoreaner in ihrer Gewalt. Taliban-Sprecher Kari Jussif Ahmadi sagte, die Treffen zwischen Vertretern der Taliban und den Unterhändlern der südkoreanischen Regierung über die Freilassung der verbleibenden Geiseln dauere an. Man hoffe "bald auf ein positives Ergebnis". Ahmadi hatte bereits am Samstag die bedingungslose Freilassung der beiden kranken Frauen angekündigt, zu der es dann aber zunächst nicht gekommen war. Die Aufständischen hatten am 19. Juli 23 Südkoreaner entführt. Zwei der Geiseln erschossen sie später. Die Taliban fordern die Freilassung inhaftierter Gesinnungsgenossen.