Premiere: Böse Überraschung

Kofler tritt ab

Georg Kofler gilt als „Mister Premiere“, ohne den bei dem börsennotierten Bezahlsender nichts geht. Sein Nachfolger wird Michael Börnicke. Die Aktie verlor knapp zwei Prozent auf 18,28 Euro.

München. Er werde Ende August aus dem Amt scheiden, teilte das Unternehmen am Montag mit. Der 50 Jahre alte Südtiroler erklärte, er wolle als Gesellschafter eine neue Unternehmensgruppe aufbauen, allerdings außerhalb der Medienbranche. Zuvor machte der profilierte Medienmanager noch Kasse und verkaufte seine 1,23 Millionen Premiere-Aktien an der Börse, was ihm nach Berechnungen der Nachrichtenagentur Reuters etwa 23 Millionen Euro eingebracht haben dürfte.

Koflers Nachfolger wird Finanzvorstand Michael Börnicke. An dessen bisherige Position rückt Alexander Teschner auf, der bislang stellvertretender Finanzchef ist.

Premiere hatte sich erst vor wenigen Wochen die Rechte für die Fußball-Bundesliga vom Konkurrenten Arena zurückgeholt. Nun beginne eine neue Entwicklungsphase, sagte Kofler am Montag. Neue Rechtepakete kämen in den kommenden Monaten auf den Markt. "Es geht um Vertragslaufzeiten bis 2012 oder länger. (...) Ich habe für mich die Entscheidung getroffen, dass ich für einen solchen Zeithorizont nicht mehr für die Vorstandsarbeit zur Verfügung stehe", erklärte er. Börnicke sei über Jahre ein enger Weggefährte gewesen. Bei ihm sei das Unternehmen in guten Händen.

Kofler hatte die Geschäftsführung von Premiere Anfang 2002 übernommen. Drei Jahre später brachte er das lange defizitäre Unternehmen an die Börse. Er gilt als "Mister Premiere", ohne den bei dem Sender nichts geht. Zuvor hatte er bereits ProSieben im Sommer 1997 an den Kapitalmarkt geführt.