Tarifeinigung bei den Piloten

Streik bei LTU abgewendet

Tarifeinigung statt Streik bei LTU: Nach zweitägigen harten Verhandlungen haben sich der Ferienflieger und die Pilotengewerkschaft Cockpit in der Nacht zum Samstag auf eine gestaffelte Tariferhöhung von drei Prozent in diesem und zwei Prozent im nächsten Jahr geeinigt.

Düsseldorf. Tarifeinigung statt Streik bei LTU: Nach zweitägigen harten Verhandlungen haben sich der Ferienflieger und die Pilotengewerkschaft Cockpit in der Nacht zum Samstag auf eine gestaffelte Tariferhöhung von drei Prozent in diesem und zwei Prozent im nächsten Jahr geeinigt, wie das Unternehmen in Düsseldorf mitteilte. Ein drohender Streik, dem in einer Urabstimmung 96 Prozent des Cockpit-Personals zugestimmt hatten, wurde damit abgewendet.

Nach dem bis 31. Dezember 2008 laufenden neuen Tarifvertrag erhalten die LTU-Piloten rückwirkend ab 1. Januar eine dreiprozentige Gehaltserhöhung. Ab 1. Juli 2008 erhöhen sich die Gehälter um weitere zwei Prozent, wie die LTU weiter mitteilte. Der gleichzeitig vereinbarte Manteltarifvertrag läuft bis 31. Dezember 2009. Gesondert vereinbart wurden ein Bestandsschutz für die Piloten und eine Kapazitätsgarantie. Letztere beinhaltet die Vereinbarung, dass der LTU ein Fünftel der Gesamtkapazität der Air Berlin-Gruppe zugesichert wird.

LTU-Geschäftsführer Jürgen Marbach erklärte zu der Einigung: "Im Interesse unserer Passagiere sind wir bis an die Grenze des Machbaren gegangen. Wir wollten unter allen Umständen vermeiden, dass bereits gebuchte Flüge durch einen Streik gefährdet würden. Jetzt geht es darum, dass wir alle Kräfte im Unternehmen für einen Neuanfang innerhalb der Air-Berlin-Gruppe mobilisieren."

Am Montag hatten 96 Prozent des Cockpitpersonals bei der LTU für einen unbefristeten Arbeitskampf gestimmt. Die Pilotengewerkschaft hatte daraufhin angekündigt, dass jederzeit mit Streiks zu rechnen sei. Es blieb jedoch bei einem zweistündigen Warnstreik am Montagmorgen. Die LTU-Piloten forderten sechs Prozent mehr Lohn bei einer Laufzeit von zwölf Monaten sowie mehr Ruhezeiten. Die Arbeitgeber hatten bislang drei Prozent mehr Gehalt geboten.

Die künftige LTU-Muttergesellschaft Air Berlin hatte am Dienstag nach zähem Ringen erstmals Tarifverträge für ihr Flugpersonal vereinbart. Bereits am Mittwochabend hatten die Fluggesellschaften dann auch mit der Gewerkschaft ver.di einen Vergütungs- und einen Manteltarifvertrag für die 950 Verwaltungs- und Technik-Mitarbeiter der LTU erzielt. Er sieht eine dreiprozentige Lohn- und Gehaltserhöhung mit Wirkung zum 1. August 2007 sowie eine Einmalzahlung von 800 Euro pro Mitarbeiter vor. Außerdem wechseln 600 Beschäftigte des Bodenpersonals von LTU - Techniker und Verwaltungsangestellte - zur neu gegründeten Air Berlin Luftfahrttechnik Düsseldorf GmbH. Für alle bisherigen Mitarbeiter wurde eine weitreichende Beschäftigungs- und Besitzstandsgarantie vereinbart. Für alle neuen Mitarbeiter sollten neue Vergütungs- und Manteltarifverträge entsprechend der derzeit bei Air Berlin gültigen Struktur gelten.