Bahn: Hoffnung auf Lösung des Tarifkonflikts

Biedenkopf und Geißler sollen's richten

Die Bahn und die Lokführergewerkschaft GDL einigen sich auf Schlichter. Während der Vermittlung soll nicht gestreikt werden.

Berlin. Die Bahn und die Lokführergewerkschaft GDL haben sich auf die Einschaltung zweier erfahrener Vermittler verständigt, um eine Annäherung im festgefahrenen Tarifstreit zu erreichen. Als Moderatoren wurden der frühere CDU-Generalsekretär Heiner Geißler und Sachsens ehemaliger Ministerpräsident Kurt Biedenkopf (CDU) berufen, wie die Deutsche Bahn am Abend in Berlin mitteilte.

Bahnchef Hartmut Mehdorn erklärte, er sei "sehr froh, dass sich zwei erfahrene Moderatoren und anerkannte Persönlichkeiten bereit erklärt haben, diese anspruchsvolle Aufgabe zu übernehmen." Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) begrüßte diese Entscheidung beider Tarifpartner als "ersten Schritt in Richtung Vernunft". Mit der Vermittlung, die nun zügig begonnen werden solle, müssten weitere Eskalationen vermieden werden.

Die Lokführergewerkschaft GDL wird während der Vermittlung im Tarifstreit mit der Bahn nicht streiken. "Während der Mediation gibt es keine Streiks", versicherte ein GDL-Sprecher in Frankfurt. Die GDL hoffe, dass es schon in der kommenden Woche erste Gespräche gebe: "Wir sind interessiert, dass wir uns sehr schnell an einen Tisch setzen."

Der 77-Jährige Biedenkopf hatte bereits im vergangenen Herbst in einem anderen Tarifstreit bei der Bahn zusammen mit Alt-Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) als Schlichter fungiert. Geißler (77) war von GDL-Chef Manfred Schell vorgeschlagen worden. Er hatte zwischen 1997 und 2002 vier Mal im Baugewerbe als Schlichter eine Lösung im Tarifkonflikt herbeigeführt.