Radsport: Trotz Doping-Skandal

T-Mobile setzt Radsport-Sponsoring fort

Der bis 2010 laufende Vertrag mit Teamchef Bob Stapleton werde erfüllt. Mit dieser Entscheidung will T-Mobile den strikten Anti-Doping-Kurs weiter unterstützen.

Saarbrücken. Sponsor T-Mobile hält bis 2010 an seinem Engagement im von Doping-Skandalen erschütterten Profi-Radsport fest. Das teilte Unternehmenssprecher Christian Frommert im Vorfeld der Deutschland-Tour in Saarbrücken mit. Der bis 2010 laufende Vertrag mit Teamchef Bob Stapleton werde erfüllt. Mit dieser Entscheidung will T-Mobile den strikten Anti-Doping-Kurs weiter unterstützen.

Nach dem positiven Doping-Test bei T-Mobile-Fahrer Patrik Sinkewitz und weiteren Dopingfällen bei der Tour de France hatte das Bonner Telekommunikations-Unternehmen sein Sponsoring auf den Prüfstand gestellt.

T-Mobile behalte sich allerdings vor, bei weiteren Doping-Fällen im Team sein Engagement "umgehend" zu beenden, sagte Frommert. Zudem sollten die Fahrer der Mannschaft auch finanziell zum Anti-Doping- Kampf beitragen. Dies solle vertraglich geregelt werden. Darüber hinaus würden sich alle Profis zusätzlichen Doping-Tests unterziehen. Das Unternehmen habe sich die Entscheidung zur Fortsetzung seines Engagements nicht leicht gemacht. Frommert sagte jedoch, wer verändern wolle, dürfe nicht weglaufen.

Bereits mehr als 15 Jahren engagiert sich der Bonner Konzern im Radsport. 1991 war das Telekommunikations-Unternehmen, damals als Team Telekom, gestartet. Höhepunkt der Team-Geschichte waren die Toursiege von Bjarne Riis (1996) und Jan Ullrich (1997). 2004 übernahm dann die Mobilfunktochter T-Mobile.

Nach dem Skandal um Ullrich im vergangenen Jahr hatte T-Mobile noch zu Jahresbeginn sein komplettes Team umgekrempelt. Mit einer neuen Führung und einem strikten Anti-Doping-Programm wollte der Rennstall eine Vorreiterrolle für einen sauberen Radsport einnehmen. Doch bereits im Frühjahr wurde über einen Ausstieg diskutiert, nachdem systematisches Doping im Telekom-Team der 90er-Jahre bekannt wurde. Auch T-Mobile-Sportdirektor Rolf Aldag gestand Epo-Doping ein, durfte aber im Amt bleiben.