Tarifkonflikt: Bahn-Streik in Hamburg

S-Bahn-Verkehr beeinträchtigt aber nicht lahmgelegt

Um 8 Uhr fuhren in der Hansestadt nur wenige Bahnen. Eine Stunde später waren schon wieder mehr als die Hälfte der Strecken in Betrieb.

Hamburg/Berlin. Der Lokführer-Streik hat den S-Bahn-Verkehr in Hamburg und Berlin am Donnerstagmorgen schwer beeinträchtigt. Komplett lahmgelegt wurde er aber nicht, wie Bahn-Sprecher betonten. Die Fahrgäste können auch auf Busse und U-Bahnen ausweichen, die allesamt nicht vom Streik betroffen sind. Außerdem sind in den beiden größten deutschen Städten wegen der Ferienzeit weniger Berufspendler unterwegs. Einige hundert Lokführer der Gewerkschaft GDL wollten bis 10 Uhr streiken.

"Derzeit steht fast alles", hatte eine Bahn-Sprecherin in Hamburg zunächst kurz nach Beginn des Ausstands um 8 Uhr die Lage beschrieben. Eine Stunde später konnte die Bahn nach eigenen Angaben wieder mehr als die Hälfte der Strecken betreiben. Zudem wurden alle Züge des Fern- und Regionalverkehrs mit Ziel Hauptbahnhof für Fahrgäste des Hamburger Verkehrsverbunds freigegeben. An den S-Bahn-Stationen waren Mitarbeiter im Einsatz, die Fahrgäste auf Alternativen hinwiesen.

In Berlin waren auf der viel befahrenen Stadtbahntrasse in Ost- West-Richtung nur noch vereinzelt S-Bahnen unterwegs. Stark gestört sei auch der Verkehr in Nord-Süd-Richtung und auf dem Berliner Ring, sagte ein Sprecher. Etwas besser sehe es auf den Strecken in die Außenbezirke aus.

Die Gewerkschaft Deutscher Lokführer (GDL) fordert einen eigenen Tarifvertrag für ihre Mitglieder und deutlich mehr Geld. Die Bahn lehnt dies ab. Ursprünglich wollte die GDL am Donnerstag den Güterfernverkehr der Bahn vier Stunden lang bestreiken, dies wurde jedoch vor Gericht verboten. Am Mittwochabend kündigte die Gewerkschaft dann überraschend den Streik bei den S-Bahnen in Hamburg und Berlin an.