Bahnstreit: Nach Gerichtsurteil

Verhandlung über Streik-Verbot am Freitag

Am Donnerstag wollten sie streiken. Doch Justitia sagte kurzerhand „Nein“. Jetzt hoffen die Lokführer darauf, dass das Nürnberger Landgericht ihren Widerspruch gegen das Streik-Verbot annimmt. Indessen atmet die norddeutsche Wirtschaft auf.

Nürnberg. Das Arbeitsgericht Nürnberg wird am kommenden Freitag über den Widerspruch der Lokführergewerkschaft GDL gegen das Streikverbot verhandeln. Das teilte Gerichtssprecher Wilfried Eck mit. Zuvor hatte das Gericht auf Antrag der Bahntöchter Railion und Fernverkehr eine einstweilige Verfügung erlassen, mit der ein Streik im Güter- und Fernverkehr bundesweit bis zum 30. September untersagt ist. Die GDL hatte umgehend Widerspruch gegen die Entscheidung eingelegt. Ursprünglich hatte die GDL am Donnerstag mit dem Streik im Güterverkehr beginnen wollen.

Mit Erleichterung hat auch die norddeutsche Wirtschaft auf das Streikverbot für Lokomotivführer reagiert. "Es ist eine Entscheidung mit Augenmaß", sagte der Präsident der Unternehmensverbände Nord, Hans-Heinrich Driftmann. Das eigentliche Problem sei nicht gelöst, sagte Driftmann. "Ich hoffe, dass Bahn und GDL bald zu einer angemessenen Lösung kommen werden."

Die norddeutsche Wirtschaft befürchtet durch einen Ausstand Auswirkungen bis in andere europäische Länder. Hamburg unterhält den größten Hafenbahnhof aller europäischen Seehäfen, in dem täglich etwa 200 Züge mit mehr als 6000 Waggons tonnenweise Güter bewegen. Vom Lübecker Hafen aus rollen Güterzüge in Richtung Rhein-Main-Gebiet, Italien, Schweiz, Frankreich und Belgien.