Tarifstreit: Im Falle neuer Streiks

Bahn-Chef droht Lokführern mit Schadenersatz-Klagen

Für Hartmut Mehdorn ist jetzt Schluss mit lustig: Sollten wieder Züge stillstehen, wird geklagt. Außerdem kündigte der Bahn-Chef ein neues Ausbildungsprogramm an. Das Ziel: Möglichst schnell soll neues Fahrpersonal rekrutiert werden.

Hamburg. Bahn-Chef Hartmut Mehdorn hat der Lokführer-Gewerkschaft GDL für den Fall von Streiks mit Schadenersatzklagen gedroht. "Wenn durch illegale Aktionen der Bahn ein Millionenschaden entsteht, dann wollen wir den ersetzt haben", sagte Mehdorn dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". "Bereits jetzt gehen uns täglich Einnahmen in Millionenhöhe verloren." Mehdorn drohte streikenden Lokführern mit Disziplinarmaßnahmen, sollten sie bei ihren Aktionen die Sicherheit des Bahnbetriebs gefährden. "Wer seinen Zug auf freier Strecke stehen lässt, wie es einige Lokführer bei ihren jüngsten Warnstreiks getan haben, gefährdet alle", sagte Mehdorn. "Wir werden Lokführer, die unverantwortlich handeln, sofort vom Dienst suspendieren."

Um den Streik zu unterlaufen, kündigte Mehdorn ein Sonderausbildungsprogramm für Bewerber innerhalb und außerhalb des Unternehmens an. "Das soll uns möglichst rasch zusätzliches Fahrpersonal bringen", sagte Mehdorn. In der Auseinandersetzung um das zuletzt von der Bundesregierung beschlossene Privatisierungsgesetz griff Mehdorn zudem den hessischen Verkehrsminister Alois Riehl (CDU) scharf an. Politiker wie Riehl wollten den Leuten weismachen, das bei einer Privatisierung der Bahn "das Schienennetz verkommen und eine Vielzahl von Strecken stillgelegt würden", sagte der Bahnchef. "Da werden wider besseres Wissen aus politischem Kalkül Unwahrheiten in die Welt gesetzt."