Landwirtschaft: Tiere werden verbrannt

Großbritannien kämpft gegen Maul- und Klauenseuche

Sechs Jahre nach dem verheerenden Ausbruch der Seuche in England ist die Krankheit auf einem Bauernhof südwestlich von London wieder aufgetaucht. Einfuhrverbot für Tiere aus Großbritannien.

Wanborough. Sechs Jahre nach dem verheerenden Ausbruch der Maul- und Klauenseuche in England ist die Krankheit auf einem Bauernhof südwestlich von London wieder aufgetaucht. Die hoch ansteckende Tierseuche wurde bei Rindern nahe Wanborough in der Grafschaft Surrey nachgewiesen, wie die Behörden am Freitagabend bekanntgaben. Premierminister Gordon Brown brach seinen Urlaub ab und versicherte, seine Regierung werde alles tun, um die Krankheit auszurotten.

Die Experten würden Tag und Nacht arbeiten, um schnellstens herauszufinden, wo die jüngsten Infektionen ihren Ursprung hätten, kündigte Brown nach einem Krisentreffen am Samstag an. "Unsere Priorität muss schnelles und entschlossenes Handeln sein." Geprüft wurde auch, ob eine Impfung sinnvoll ist, um eine Verbreitung des Virus zu unterbinden.

Wie viele Rinder betroffen waren, gab das Landwirtschaftsministerium zunächst nicht bekannt. Alle Tiere auf dem Hof würden getötet und verbrannt, erklärte die Behörde. Um die Farm wurde eine Schutzzone mit einem Radius von drei Kilometern eingerichtet. Der Transport von Huftieren wurde landesweit verboten.

Großbritannien drohen gravierende wirtschaftliche Einbußen. Die EU wird automatisch ein Einfuhrverbot für Tiere aus Großbritannien verhängen, wie der Londoner Minister für Kabinettsangelegenheiten, Ed Miliband, am Samstag im Rundfunksender BBC erklärte. Die EU-Kommission in Brüssel kündigte eine Entscheidung über Beschränkungen von Tiertransporten und beim Import von Tierprodukten für Montag an. Japan reagierte am Samstag mit einem Einfuhrverbot für britische Schweinefleischprodukte - Rindfleisch aus Großbritannien wird bereits seit der BSE-Krise in den 90er Jahren nicht mehr importiert.

Der letzte Ausbruch der Maul- und Klauenseuche in England 2001 brachte die Landwirtschaft in Existenznot. Sieben Millionen Nutztiere wurden damals getötet, viele davon verbrannt. Auch die Tourismusindustrie brach ein. Den Behörden wurde vorgeworfen, nicht schnell genug reagiert zu haben. Ihren Siegeszug trat die Seuche 2001 bei einer Schweineherde im Norden Englands an, bevor sie sich auf Betriebe mit Rindern und Schafen ausbreitete. Schließlich waren mehr als 2000 Höfe betroffen. Schätzungen zufolge beliefen sich die wirtschaftlichen Schäden damals auf rund acht Milliarden Pfund (zwölf Milliarden Euro).