Afghanistan: Verschleppte Südkoreaner

Taliban lassen Ärzte nicht zu Geiseln

Die Lage der 21 in Afghanistan entführen Südkoreaner verschlechtert sich weiter. Die Taliban verweigern ihnen jede medizinische Versorgung. Dabei seien zwei Frauen, einem Sprecher der Fundamentalisten zufolge, sterbenskrank.

Kabul. In der Geiselkrise um die 21 in Afghanistan verschleppten Südkoreaner verweigern die Taliban Ärzten weiterhin den Zugang zu den Entführten. Taliban-Sprecher Kari Jussif Ahmadi sagte der Deutschen Presse-Agentur am Samstag, man traue den Medizinern nicht. Sollten die Geiseln wegen falscher Behandlung sterben, würden die Taliban für deren Tod verantwortlich gemacht. Ahmadi hatte am Mittwoch gesagt, zwei der Frauen in der Gruppe der Geiseln seien so krank, dass sie sterben könnten. Die Taliban hätten keine Medizin.

Die Taliban weichten ihre Bedingung für ein bilaterales Treffen mit südkoreanischen Unterhändlern nach Ahmadis Angaben auf. Er sagte, sollte eine Zusammenkunft außerhalb des von den Rebellen kontrollierten Gebietes stattfinden, müssten die Vereinten Nationen die Sicherheit der Taliban garantieren. Ahmadi hatte ein Treffen außerhalb des Taliban-Gebietes zuvor ausgeschlossen. Seoul will sich durch direkte Verhandlungen mit den Taliban offenbar aus der Abhängigkeit von der afghanischen Regierung lösen, deren Delegation bislang keinen Durchbruch erzielt hat.

23 Südkoreaner waren am 19. Juli in der südostafghanischen Provinz Ghasni verschleppt worden. Zwei der Geiseln wurden später von den Entführern erschossen.