Geiseldrama: Obduktionsbericht

Verstorbene deutsche Geisel wurde ermordet

Der 44-jährige Rüdiger D. wurde nach einem Kreislaufkollaps mit mehreren Schüssen getötet.

Berlin. Der in Afghanistan verstorbene deutsche Bauingenieur ist von seinen Geiselnehmern ermordet worden. Das geht aus dem Obduktionsergebnis des Kölner Instituts für Rechtsmedizin hervor, wie das Auswärtige Amt am Donnerstag in Berlin mitteilte. Der Mann habe aufgrund der extremen Belastungssituationen während der Entführung zunächst einen Kreislaufzusammenbruch erlitten. An dem Kollaps verstarb der 44-jährige Rüdiger D. demnach aber nicht. "Auf das noch lebende Opfer wurde nach dessen Zusammenbruch zweimal geschossen", erklärte der Sprecher des Auswärtigen Amtes, Martin Jäger. "Erst nach dem daraufhin erfolgten Todeseintritt wurden noch vier weitere Schüsse auf den Körper des Opfers abgegeben."

Der Bauingenieur aus Teterow (Mecklenburg-Vorpommern) war am 18. Juli zusammen mit einem weiteren Deutschen verschleppt worden. Seine Leiche wurde am 22. Juli gefunden. Der Bauingenieur soll an Diabetes gelitten haben. Der zweite deutsche Bauingenieur Rudolf B. ist nach wie vor in der Gewalt der Geiselnehmer.

( afp/abendblatt.de )