UN-Sicherheitsrat: Nach langen Verhandlungen

Darfur-Friedenstruppe beschlossen

Die Soldaten sollen die Zivilbevölkerung schützen und die reibungslose Arbeit der Hilfsorganisationen gewährleisten.

New York. Der UN-Sicherheitsrat hat einer 26 000 Mann starken Friedenstruppe für die sudanesische Krisenregion Darfur zugestimmt. Gemäß dem einstimmig beschlossenen Mandat dürfen die Soldaten und Polizisten der Vereinten Nationen und der Afrikanischen Union Gewalt anwenden, wenn Zivilisten angegriffen werden. Ferner dürfen sie auch zur Selbstverteidigung zur Waffe greifen sowie um die Bewegungsfreiheit von Mitarbeitern von Hilfsorganisationen zu gewährleisten. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon bezeichnete den Beschluss als "historisch" und rief die Mitgliedsstaaten auf, zügig "kompetente" Truppen zur Verfügung zu stellen.

Der Sudan hatte der Stationierung von UN-Soldaten erst nach monatelangem Zögern zugestimmt. Die dort bereits stationierten, aber schlecht ausgerüsteten 7000 AU-Friedenssoldaten haben es alleine bislang nicht geschafft, die Gewalt in Darfur zu stoppen.

Die Resolution zum Schutz von Millionen Vertriebenen im Westen des afrikanischen Landes war zuletzt mehrfach abgemildert worden. Nach der neuen Resolution dürfen die Friedenstruppen illegale Waffen nicht mehr beschlagnahmen. Auch die Drohung mit weiteren Sanktionen taucht nicht auf.

In der westsudanesischen Provinz Darfur gehen arabische Milizen mit offenkundiger Duldung der Regierung gegen schwarzafrikanische Stämme vor. Schätzungen zufolge kamen in dem Konflikt in den vergangenen vier Jahren mehr als 200.000 Menschen ums Leben, 2,5 Millionen wurden vertrieben. Der Sudan spricht indes von lediglich 9000 Toten.