Ohnsorg-Theater: Im Alter von 86 Jahren

Hilde Sicks gestorben

Hamburg trauert um Hilde Sicks: Die beliebte Volksschauspielerin starb am Dienstag nach langer Krankheit.

Hamburg. Die Hamburger Volksschauspielerin Hilde Sicks ist tot. Der Star des Ohnsorg-Theaters starb am Dienstag nach langer Krankheit im Alter von 86 Jahren zu Hause in Hamburg, wie das Theater am Mittwoch mitteilte. Sicks spielte seit 1945 an dem für seine plattdeutschen Stücke berühmten Haus insgesamt rund 250 Rollen. Zum letzten Mal stand sie im Mai 2006 auf der Bühne. Einem breiten Fernsehpublikum war Sicks vor allem als Wirtin der NDR-Serie "Haifischbar" und als Oma Anni der Comedy-Reihe "Die Ohnsorgs" bekannt.

"Sie gehörte zu den letzten großen Stars, die wir noch hatten", sagte der Intendant des Ohnsorg-Theaters, Christian Seeler, der AP. Sicks spielte oft Wirtsfrauen, tratschende Nachbarinnen oder dominante Ehefrauen, aber auch vielschichtige Charakterrollen. "Sie spielte immer gern die Kesse, manchmal auch etwas burschikos. Und ihr Markenzeichen war ihr Hüftschwung", erinnert sich Seeler an die Kollegin, für die das Theater ihre Familie war. Vor allem mit ihrer Direktheit und Authentizität habe Sicks das Publikum begeistert.

Platt sprach die Schauspielerin von Haus aus. Ihr Vater rezitierte gern Niederdeutsch, und die Familie ging natürlich ins Ohnsorg-Theater. Doch weil die Eltern mit der Berufswahl der Tochter nicht einverstanden waren, machte sie zunächst eine kaufmännische Ausbildung und nahm nebenher heimlich Schauspielunterricht. "Als sie dann vom Theater-Gründer Richard Ohnsorg persönlich eingestellt wurde, waren die Eltern begeistert", sagte Seeler.

Sicks erste Rolle im Jahr 1945 umfasste nur sechs Sätze, doch schon im Jahr darauf gab es eine Hauptrolle. In der ersten Ohnsorg-Fernsehfolge 1954 war Sicks an der Seite von Heide Kabel und Karl-Heinz Kreienbaum zu sehen. Es folgten unzählige Stücke und Singspiele. Ihre letzte Rolle war eine "dolle Olle", wie Sicks selber einmal sagte. In dem Stück "De Queen von Quekenbüttel" spielte sie nur noch eine kleine Rolle. Damals habe sie schon unter Krebs und einer Stimmbanderkrankung gelitten, sagte Seeler und fügte hinzu: "Das hat sie tapfer ertragen."