Transaktion: Für 1,5 Milliarden Euro

Deutsche Bank kauft Abbey Life

Die Deutsche Bank übernimmt dabei die Verwaltung der Versicherungsgesellschaft - insgesamt 1,2 Millionen Policen mit einer Laufzeit bis zu 20 Jahren. In das Angebot des Versicherers will das deutsche Unternehmen nicht einsteigen. Die Versicherung tätigt bereits seit 2000 keine Geschäfte mehr.

London/Frankfurt. Die Deutsche Bank kauft für knapp 1,5 Milliarden Euro den Versicherer Abbey Life von der britischen Bank Lloyds TSB. Dies teilten die Deutsche Bank und die fünftgrößte britische Bank Lloyds am Dienstag in London mit. Abbey Life ist eine seit dem Jahr 2000 geschlossene Versicherung, die keine neuen Geschäfte mehr tätigt. Allerdings verwaltet sie noch 17 Milliarden Euro in Lebens- und Rentenversicherungen.

Die Laufzeit der insgesamt 1,2 Millionen Policen beträgt noch bis zu 20 Jahre. Die Deutsche Bank übernimmt nun die Verwaltung der Gelder, steigt damit aber nicht selbst in das Angebot von Versicherungen ein, wie ein Sprecher in Frankfurt sagte.

"Wir sind zuversichtlich, dass Abbey Life stabile Erträge liefert und unsere internen Vorgaben erfüllen wird", sagte Michele Faissola, einer der für Anleihen Verantwortlichen der Deutschen Bank. Das Geschäft soll zudem die Position der Deutschen Bank als Anbieter von Kapitalmarktlösungen für die Versicherungsindustrie stärken. Abbey Life wurde in einem Auktionsprozess verkauft. Der Kaufpreis von 977 Millionen Pfund wird bar gezahlt.

Nach dem Rückzug der Swiss Re war nach Medienberichten vom Montag neben der Deutschen Bank zuletzt noch der britische Versicherer Pearl Group im Rennen. Die größte deutsche Bank hatte Medienberichten zufolge im vergangenen Jahr bereits mit einem Gebot für GE Life, einer Tochter des amerikanischen Mischkonzerns General Electric, versucht, in den Markt für geschlossene Lebensversicherungen vorzustoßen. Damals kam ihr allerdings die Swiss Re zuvor.