Internationale Presse-Stimmen zum Doping-Fall Winokurow

Hamburg. Frankreich:

"Le Figaro": "Schwarzer Dienstag für die Tour de France. Der Fall Winokurow ist zweifellos der Dopingfall zu viel für eine schon erschütterte Tour de France. (...). Rasmussen lässt zu viele Fragen unbeantwortet. Der Träger des Gelben Trikots hat im Dauerfeuer der Fragen versucht, sich zu rechtfertigen. Ohne zu überzeugen."

"Liberation": "Endlich eine gute Nachricht von der Tour: Wino ist positiv. Schlagartig hat seine Mannschaft gestern das Rennen verlassen. (...) Und jetzt? Soll die Tour weitergehen? Aufhören?"

"Le Parisien": "Schummler raus! Die 1903 geschaffene Tour de France hat gestern einen der härtesten Schläge ihrer Geschichte einstecken müssen. Der Winokurow-Skandal verwundet die Tour. Und außerdem ist der Träger des Gelben Trikots ein Lügner!"

Spanien:

"El País": "Winokurow hat die Tour de France in einen Albtraum verwandelt. Der Radsport befindet sich angesichts immer neuer Doping- Enthüllungen seit 15 Monaten ohnehin schon im Todeskampf und seine Glaubwürdigkeit liegt am Boden. Nun hat er sich seinem endgültigen Grab einen Schritt weiter genähert."

"El Mundo": "Winokurow lässt die Tour de France ausbluten. Es ist ein Debakel und genau das, was der Rundfahrt noch fehlte, um sich endgültig einem Desaster zu nähern."

"Marca": "Winokurow versetzt dem Radsport den Todesstoß. Ausgerechnet als die Tour am schönsten und spannendsten war, explodierte eine neue Bombe."

"As": "Winokurow beschmutzt die Tour."

England:

"Daily Mail": "Tour wird durch Winokurow-Schande erschüttert. Dies ist die Nachricht, die die Veranstalter am meisten gefürchtet haben."

"The Times": "Winokurow wurde im Krieg der Organisatoren gegen Doping zur Strecke gebracht."

"Daily Telegraph": "Die Tour de France wurde in die schwerste Krise gestürzt. In einer Tour, die jenseits jeden Verdachts sein sollte, droht dem ursprünglichen Favoriten und Gewinner von zwei der letzten drei Etappen eine zweijährige Sperre. Und auch der Gesamtführende Michael Rasmussen steht unter Verdacht, da er zwei Drogentests verpasste. Winokurows Astana-Team zog sich umgehend von der Tour zurück und schürte damit weitere Spekulationen, dass auch andere aus der Mannschaft unter Verdacht stehen."

Russland:

"Kommersant": "Bei der Tour de France hat das Doping gesiegt."

Italien:

"La Gazzetta dello Sport": "Tour unter Schock. La Grande Boucle steckt wieder im Dopingsturm. Aber es ist eine gute Nachricht. Es ist keine Beerdigung. Der Radsport ist nicht tot. Der Radsport hat die Waffen, um Doping bekämpfen zu können. Die Beine derer, die betrügen, werden immer kürzer. Der Radsport kann diese epochale Krise überwinden. Eine ganze Generation wertloser Stars, die nichts kapiert haben oder zumindest so tun, muss geopfert werden. Es gibt saubere junge Fahrer, die wissen, dass man ohne Doping fahren und siegen kann."

"Corriere della Sera": "Das Ende. Der Radsport ist zu Grunde gerichtet worden. Und alle haben dazu beigetragen."

"Il Tirreno": "2007 ist das Horrorjahr des Radsports."

Schweiz:

"Neue Zürcher Zeitung": "Tour de Farce - ein Unglück kommt selten allein. Im Gegensatz zur Tour de France 2006 läuft die Tour 2007 nie Gefahr, dem Irrglauben der Sauberkeit zu unterliegen. (...) Es riecht sehr, sehr streng. Die Tour-Verantwortlichen indes wollen mit zugehaltener Nase ans Ziel nach Paris gelangen."

"Tages-Anzeiger": "Super-Gau bei der Tour. Um den Toursieg kämpfen zwei "Außerirdische" mit getrübter Vergangenheit, die allein schon wegen der Leichtigkeit, mit der sie allen davonfahren, unter Dopingverdacht stehen. Das ist in der Katastrophensprache ein GAU, zu übertreffen nur durch den Super-GAU, und der ist jetzt passiert."