Radsport: Tour de France - Rasmussen baut Vorsprung aus

Weiterer Dopingfall bei Tour de France

Der Italiener Cristian Moreni ist bei der Tour de France positiv auf Doping getestet worden.

Orthez. Sport als Nebensache: Spitzenreiter Michael Rasmussen hat seinen Vorsprung auf der "Königsetappe" der diesjährigen Chaos-Tour auf die gesamte Konkurrenz mit seinem zweiten Etappensieg ausgebaut. Dieser erneute Erfolg schien jedoch lange wertlos, da er bei der Frankreich-Rundfahrt nach dem Abgang des kompletten Astana-Teams einen erneut positiven Doping-Befund gab, der Rasmussen hätte betreffen können. Aber gleichzeitig mit dem Etappensieg des Dänen auf dem letzten Pyrenäen-Berg Aubisque war der Italiener Cristian Moreni vom Cofidis-Team als Doper entlarvt worden.

Rasmussen, der 33-jährige Däne, der wie sieben andere Fahrer nach der 11. Etappe in Montpellier zur Doping-Kontrolle musste, die den zweiten positiven Befund nach Alexander Winokurow ergab, trägt also weiter das längst befleckte Gelbe Trikot. Die Tour-Spitze hatte er sich mit seinem ersten Etappensieg in Tignes in den Alpen geholt.

Unter Zuschauer-Pfiffen war Rasmussen gestartet. Einen Tag nach dem Aus für Doping-Sünder Alexander Winokurow und dessen Astana-Team mit dem Deutschen Andreas Klöden verzögerten acht Teams, darunter die beiden deutschen Mannschaften T-Mobile und Gerolsteiner, aus Protest gegen Doping im Radsport demonstrativ den Start und gingen erst mit einer Minute Verspätung auf die Strecke.

Rasmussen hat sein Zeitpolster im Ziel der 16. und schwersten Etappe der 94. Tour von Orthez auf den Aubisque über 218 Kilometer weiter auf 3:10 Minuten vor dem Spanier Contador ausgebaut. Dritter mit 5:03 Minuten Rückstand bleibt der Australier Cadel Evans, der von den Dreien als bester Zeitfahrer gilt. Die gegen den restlosen Verlust ihrer Glaubwürdigkeit anstrampelnde Tour wird wahrscheinlich am kommenden Samstag beim Kampf gegen die Uhr in Cognac über 55,5 Kilometer entschieden. Der Amerikaner Levi Leipheimer, im Vorjahr noch in Diensten von Gerolsteiner, rückte auf 56 Sekunden an Evans heran.

Die letzte Fahrt durch die Pyrenäen bot den 150 noch im Rennen befindlichen Profis ein Profil von fünf Anstiegen. Das Ziel lag nach einer 17 Kilometer langen Steigung auf 1310 Meter Höhe auf dem Aubisque. Vier Ausreißer, ausnahmslos Spanier, wurden von Rasmussen, Contador und Co. am Schlussanstieg gestellt. Dort fand zunächst die nächste bizarre Leistungs-Show der beiden Spitzenreiter statt. Doch diesmal hielt zunächst Leipheimer mit, der kurz vor dem Ziel sogar Contador stehen ließ. Der Kalifornier passierte 25 Sekunden nach dem ungeliebten Rasmussen das Ziel. Dort rührte sich bei den Zuschauern kaum eine Hand zum Applaus für den Dänen.

Einen großen Zeitverlust musste am Mittwoch Jens Voigt vom Team CSC einstecken, der unterwegs stürzte und sich vom Tour-Arzt behandeln lassen musste.