Großbank: Fehler bei Risikokontrolle

Vorstand der WestLB angeblich vor dem Rauswurf

Nach Informationen von „Spiegel online“ will der Aufsichtsrat den Gesamtvorstand noch an diesem Donnerstag entlassen.

Hamburg/Düsseldorf. Der gesamte Vorstand der WestLB soll nach Informationen von "Spiegel online" zufolge abgelöst werden. An diesem Donnerstag werde der Aufsichtsrat den Gesamtvorstand entlassen und durch einen neuen ersetzen, berichtete "Spiegel online" am Mittwoch. Die deutsche Finanzaufsicht BaFin werfe dem Vorstand der Düsseldorfer Großbank gravierende Fehler bei der Risikokontrolle vor. Hintergrund sei ein Zwischenbericht der KPMG-Wirtschaftsprüfer an die BaFin. Die Finanzaufsicht untersucht die Fehlspekulationen im Eigenhandel der WestLB, in deren Folge Verluste in dreistelliger Millionenhöhe entstanden. Der Aufsichtsrat der WestLB war am Mittwoch zunächst nicht zu einer Stellungnahme zu erreichen.

Der WestLB-Aufsichtsrat kommt kurzfristig am Donnerstag zu einer Sondersitzung zusammen. Angeblich soll es dabei nicht nur um die Position des Vorstandsvorsitzenden Thomas Fischer gehen. Weitere Vorstände der WestLB wackelten. Fest steht bereits der Abgang von zwei der sieben WestLB-Vorstände. Zum Monatsende scheidet Robert Stein aus, der das Investmentbanking verantwortete und von April 2006 bis Februar 2007 auch für den Eigenhandel zuständig war. Sein überraschender Abgang habe nichts mit den Fehlspekulationen zu tun, beteuerte die WestLB vor zwei Wochen. Auch IT-Vorstand Klaus-Michael Geiger geht, da sein Vertrag zum Jahresende 2007 ausläuft.