Elektrogeräte: Fachleute besorgt

"Schnäppchenjagd kostet Sicherheit"

Aus China kommen verstärkt Elektroartikel mit gefälschtem VDE-Zertifikat auf den Markt.

Offenbach. Vor billigen und ungeprüften Elektroartikeln aus Asien hat das Prüfinstitut des Verbandes der Elektrotechnik (VDE) gewarnt. Ungeeignetes Material und schlechte Sicherheitstechnik seien die gefährlichsten Schwachpunkte, wie das Institut in Offenbach berichtete. "Schnäppchenjagd kostet Sicherheit", erklärte der Geschäftsführer Wilfried Jäger. Sorge macht den Fachleuten, dass aus China verstärkt Elektroartikel mit gefälschtem VDE-Zertifikat auf den hiesigen Markt kämen. Die Zahl der Missbrauchsfälle habe sich verdreifacht, berichtete das Institut. Es will unter anderem mit dem Aufbau einer Qualitätskontrolle für Hersteller in China gegensteuern.

Die Prüfer bemängelten vor allem ungeprüfte Wasserkocher, Bügeleisen, Kaffeemaschinen und Toaster, die sämtlich im Handel erhältlich sind. Auch im Auftrag von Warenhäusern und Herstellern getestete Geräte entsprachen häufig nicht den Anforderungen. Im ersten Anlauf fielen die Hälfte der 100 000 Produkte durch. Im Vergleich zu 2005 blieben die Zahlen unverändert.

Nach den deutschen stellen chinesische Unternehmen die größte Gruppe der insgesamt 7000 Kunden des Instituts weltweit. Das Wirtschaftswachstum schlägt sich Jäger zufolge beim Institut nieder: "Die Nachfrage nach den Prüf- und Zertifizierungsleistungen steigt kontinuierlich." Das Portfolio sei zudem um chemische Produktanalysen und Tests zur Gebrauchstauglichkeit erweitert worden. Alle Prüfungen sind freiwillig. Das Institut beschäftigt etwa 500 Mitarbeiter. Ungefähr 400 in der Zentrale in Offenbach und 100 in Asien.